Oberriedener erneut Deutscher Vize-Meister im Distanzfahren

Starkes Team mit Vize-Meistertitel: Fahrer Manfred Wanitschka und Ehefrau Andrea als Helferin sind seit Jahren erfolgreich im Distanzsport unterwegs. Derzeitiges Meisterschaftspferd ist die achtjährige Traberstute Oxalis. Foto: Steensen

Oberrieden. Manfred Wanitschka aus Oberrieden feiert als Distanzfahrer mit seinem Pferdegespann immer wieder Erfolge.

Oberrieden. Dass Oxalis einmal Deutsche Vizemeisterin werden würde, hätte ihr früherer Trainer wohl nie gedacht. Denn die zierliche Stute war zu langsam für die Karriere auf der Trabrennbahn. Der Erfolg kam erst mit Manfred Wanitschka: Der Oberriedener kaufte die Stute, trainierte sie und wurde jetzt zum zweiten Mal mit ihr Deutscher Vize-Meister im Distanzfahren.

Für die 100 Kilometer lange Strecke durchs sandige Brandenburg brauchten die beiden sechs Stunden und sieben Minuten. Das heißt: Oxalis hat die Kutsche durchschnittlich mit 16,3 Kilometern pro Stunde gezogen. Wanitschka ist stolz auf sein Pferd, auch wenn es ihn etwas wurmt, dass Konkurrent Dieter Hannes (Vogelsberg) mit Wallach Mystery November kurz vor dem Ziel noch einen Rückstand von 20 Minuten aufholte und Meister wurde.

Das richtige Tempo zu finden und sich das Rennen gut einzuteilen, ist das Kniffelige am Distanzfahren. Der Fahrer muss sein Pferd gut kennen, um Ermüdungserscheinungen rechtzeitig wahrzunehmen. Doch um eine Distanzfahrt erfolgreich zu beenden, braucht Oxalis mehr als einen cleveren Fahrer, passende Ausrüstung und regelmäßiges Training, weiß Wanitschka: „Ohne meine Helfer geht es nicht.“ Er hat Glück mit seiner pferdebegeisterten Familie. Auch Ehefrau Andrea hat ein Fahrabzeichen und ist bereits bei Distanzfahrten gestartet. Als die Kinder Mareike und Carsten noch klein waren, unternahm die Familie lange Kutsch-Touren. Je ein Familienmitglied unterstützt Wanitschka im Rennen, je nachdem, wer Zeit hat.

Seit 14 Jahren ist Manfred Wanitschka Distanzfahrer. 2003 wurde er mit Stute Fancy Girl auf der Langstrecke Deutscher Meister. Das Ehepaar Wanitschka und ihre Pferde sind ein eingespieltes Team. Die Oberriedener schlafen während des Wettkampf-Wochenendes neben der Koppel im Auto. Während Manfred Wanitschka und Oxalis die Strecke unter Hufe und Räder nehmen, bereitet Andrea als „Trosserin“ die Pausen vor. Sie hat Wassereimer, Futter und Pferdedecke parat, strahlt Ruhe aus und hilft, den Puls der verschwitzen Stute mit Wasser herunterzukühlen. 2014 kamen Oxalis und Manfred Wanitschka stets gesund ins Ziel, sie belegten vier 1. und zwei 2. Plätze und legten 501 Wettkampf-Kilometer zurück.

Angst vor Pferdesteuer

Trotzdem macht sich Wanitschka Sorgen um seine sportliche Zukunft. Denn der Oberriedener hat keinen Sponsor, er zahlt Startgebühren, Fahrtkosten und die Versorgung der Pferde selbst. Wenn die Pferdesteuer in Bad Sooden-Allendorf eingeführt werden solle, müsse er seine Pferde aus Kostengründen woanders unterstellen, sagt er. „Dann wird es schwierig, Nachwuchspferde aufzubauen.“ Es würde auch bedeuten, Schmied und Tierarzt wechseln zu müssen, denen Wanitschka seit Jahren vertraut. „Das wäre eine Katastrophe!“

Von Friederike Steensen

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