Werratal Energie- und Umweltgesellschaft lädt zum Tag der erneuerbaren Energien ein

Öko-Strom aus Wasserkraft

+
Umweltfreundliche Energie: Die riesige Turbinenanlage in der Schlossmühle am Werraufer kann am Samstag besichtigt werden. Zwei Führungen werden am Tag der erneuerbaren Energien angeboten. Foto: Sagawe

Eschwege. Die Turbine im dritten Untergeschoss der Schlossmühle in Eschwege macht einen Höllenlärm. Zwischen 15 und 30 Kubikmeter Werra-Wasser schießen pro Sekunde durch den mächtigen Korpus und treiben die Turbinenflügel an. Das sind am Tag bis zu 2,6 Milliarden Liter. Etwa fünf Millionen Kilowattstunden elektrischen Stroms werden hier und in einem zweiten Wasserkraftwerk der Stadtwerke Eschwege pro Jahr erzeugt.

Am morgigen Samstag kann die Anlage besichtigt werden. Die Werratal Energie- und Umweltgesellschaft (WEGE) hat Wasserkraft zum Thema des Tages der erneuerbaren Energien gemacht. Neben der Turbinenanlage in der Kreisstadt sind auch die Trinkwasseraufbereitungsanlage des Meißner Verbandswasserwerks bei Germerode sowie das E-Werk in Wanfried für Besucher geöffnet. In allen drei Anlagen bieten die Betreiber während der Öffnungszeiten (siehe Hintergrund) Führungen an.

„Diese traditionelle Energie fällt kontinuierlich an und hat eine oft unterschätzte Bedeutung“, sagt WEGE-Geschäftsführer Siegfried Rauer. Die allein in Eschwege produzierten fünf Millionen Kilowattstunden sind viel mehr, als die Stadtwerke an den Verbraucher bringen können. Lediglich rund 250 000 Kilowattstunden dieses Öko-Stroms werden auch als solcher abgesetzt, die übrige Menge geht in den herkömmlichen Verkauf.

In der Trinkwasseraufbereitungsanlage des Meißner Verbandswasserwerks bei Germerode wollen die Bürgerenergiegenossenschaft Werra-Meißner und der Zweckverband Meißner-Verbandswasserwerk eine Kleinwasserkraftanlage installieren und regenerativen Strom für die Wasseraufbereitung produzieren. Statt zu hohen Leitungsdruck wie bisher herunter zu regeln und ungenutzt zu lassen, wird er in Zukunft in elektrische Energie umgewandelt und verwendet.

Das benachbarte Trinkwasser-Museum öffnet zeitgleich seine Pforten. So können die Besucher ihren Ausflug in das Meißnervorland um den historischen Aspekt erweitern.

Von Harald Sagawe

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare