ÖPNV im ländlichen Nordhessen: Frankfurt soll’s richten

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Konzepte sind gefragt: Das neue Fachzentrum soll Konzepte entwickeln, wie der Personennahverkehr angesichts der sinkenden Bevölkerungszahl organisiert werden kann.

Die Aussichten für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) im ländlichen Nordhessen sind alles andere als rosig.

In den nächsten Jahrzehnten wird die Bevölkerung in den fünf nordhessischen Landkreisen spürbar schrumpfen. Allein für die Zeit bis 2030 wird ein Rückgang zwischen 7,5 und 15 Prozent vorhergesagt. Dieser Rückgang wird erhebliche Auswirkungen auf das ÖPNV-Angebot haben. 

Denn das Bevölkerungsminus betrifft vor allem die Gruppe der Hauptnutzer: Jugendliche und Senioren. Jetzt soll ein Fachzentrum für Zukunft des Nahverkehrs auf dem Land gegründet werden. Doch die Umsetzung des Projektes wirft Fragen auf: Denn wie die Zukunft des Nahverkehrs aussehen wird, darüber berät man ab 1. Juni 2017 nicht im ländlichen Nordhessen, sondern im Ballungszentrum Rhein-Main. Nach Angaben des Landes Hessen wird das Fachzentrum in Frankfurt angesiedelt, und zwar im so genannten „House of Logistics and Mobility“ (HOLM). 

Das sagt das Verkehrsministerium

„Es war der Wunsch unseres Hauses, das sehr sinnvolle Fachzentrum am Holm anzusiedeln“, sagte der Sprecher des Verkehrsministeriums, Wolfgang Harms, auf Anfrage. Nach seiner Darstellung hat sich die Vermietung des von einem privaten Investor errichteten Gebäudes in Frankfurt 2016 positiv entwickelt. Den Bericht des Rechnungshofs nehme man zum Anlass, das HOLM „einer kritischen Prüfung zu unterziehen“. Laut Harms fördert das Land das Fachzentrum für Zukunft des Nahverkehrs im ländlichen Raum mit jährlich 200 000 Euro. (ket)

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