Open Flair 2019: Von Deaf Havana bis Zebrahead - diese elf Bands sind neu bestätigt

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Sorgten 2016 mit ihrer Punkrock-Party für Stimmung auf dem Open Flair: Zebrahead. 2019 sind die Musiker wieder in Eschwege dabei.

Eschwege - Das 35. Open Flair in Eschwege rückt näher und das Programm füllt sich: Wieder gibt es neue Band-Bestätigungen.

Nach den Fantastischen Vier, The Offspring, Bullet for my Valentine, Good Charlotte, Bosse, Von wegen Lisbeth, Donots, Nothing but Thieves, Muff Potter, Of Mice and Men und vielen anderen, stehen jetzt elf weitere Band-Bestätigungen für das 35. Open Flair vom 7. bis 11. August fest:

ENTER SHIKARI 

2014 feierten Enter Shikari mit einem furiosen Auftritt ihren Einstand beim Open Flair und seitdem hat sich so einiges getan bei den Trancecore-Pionieren aus England. Mit „The Mindsweep“ (2015) landeten Enter Shikari erstmals in ihrer Bandgeschichte in den Top 20 der deutschen Albumcharts und zwei Jahre später setzten sie ihre andauernde stilistische Evolution mit „The Spark“ beeindruckend fort. 

Statt metallischem Trancecore-Donnerwetter überraschte die Band um Roughton Reynolds mit doppelbödigem, durchdacht strukturiertem Modern Brit Pop.

ZEBRAHEAD 

Wer sie einmal gesehen hat, der weiß: Wenn Zebrahead loslegen, geht die südkalifornische Sonne auf. Zuletzt 2016 haben die Jungs um die Doppelspitze Ali Tabatabaee und Matty Lewis beim Open Flair mit einer ausgelassenen Punkrock-Party für allerbeste Stimmung gesorgt. 

2017 ist dann die Zusammenstellung „The Bonus Brothers“ erschienen - die darauf enthaltenen Songs waren bis dahin nur als Bonus-Tracks ihrer Veröffentlichungen in Japan erhältlich. Eben dort werden die Kalifornier seit je her kultisch verehrt, wie unter anderem diverse Gold- und Platinauszeichnungen zeigen. 

DEAF HAVANA 

Schon auf „Old Souls“ (2013) und „All Those Countless Nights“ (2017) hatte ihr hoch melodischer Alternative Rock jede Menge Popappeal, doch auf „Rituals“ (2018) haben Deaf Havana dem ganzen Glanz die Krone aufgesetzt. 

Die Songs wurden von Bandkopf James Veck-Gilodi quasi im Alleingang am Computer entworfen, die Bandmitglieder spielten im Studio ihre Parts ein und der Produzent Phil Gornell verschaffte den Tracks eine Feinpolitur, die so mancher Fan für überzogen halten mag. Deaf Havana - neu definiert und live mit altbewährten Stärken! 

PYOGENESIS

Von ruppigem Death Metal über die Miterfindung des Gothic Metal zu den Harmonien des Rock und weiter – Pyogenesis aus Stuttgart waren schon immer über Erwartungshaltungen erhaben und gelten bis heute ganz zurecht als eine der spannendsten, besten, innovativsten und legendärsten Formationen der Neunziger. 

Inmitten einer längeren unangekündigten Pause führte der Metal Hammer sie 2013 in einer Liste der meistvermissten Bands auf und letztlich wurden die Rufe der Fans erhört. 2015 feierten Pyogenesis mit „ A Century In The Curse Of Time” ihren Wiedereinstand und auch „A Kingdom To Disappear“ (2017) sorgte für ausgesprochen positive Resonanz.  

THE CHATS 

Auf ihrem Heimatkontinent haben sie mittlerweile so ziemlich jeden Club zerlegt. Sie waren dort unter anderem mit den australischen Punklegenden Cosmic Psychos und sogar Queen Of The Stone Age unterwegs und sie werden auch hierzulande für jede Menge Begeisterung sorgen: The Chats aus Sunshine Coast, Queensland. 

Noch zu High-School-Zeiten veröffentlichte das blutjunge Trio eine erste EP und im Oktober 2017 folgte mit „Smoko“ ein Song, der sich über das dazugehörige Low-Budget-Video zum millionenfach geklickten Hit entwickelte. Der rabiate Oldschool-Punkrock-Sound wird sicher nicht zu Unrecht mit den Sex Pistols, Ramones, Black Flag oder auch Cosmic Psychos verglichen. The Chats klingen aber gleichzeitig unfassbar unverbraucht und erfrischend – wie eine Stoßlüftung im guten alten Stammlokal! 

DISARSTAR 

Seziermesserscharfe Kapitalismus- und Konsumkritik, bewegende Beziehungsporträts, Befindlichkeiten der Generation Millennium und geistreiche Zitatzugriffe auf Nietzsche, Hegel und Kant. Das ist ja Allerhand. 

Und Disarstar kriegt alles scheinbar mühelos unter einen Hut. Den Titel seines neuen Albums „Bohemien“ erklärt der Hamburger Rapper so: „Ich habe ganz klar gegengesellschaftliche Standpunkte, ich bin ganz klar auflehnerisch und für mich ist die Kunst alles.“ Seine Tracks sind keine leicht konsumierbare Mainstreamware, was Disarstar wie folgt vertritt: „Ich bleibe lieber Underground und bekomme flächendeckend Respekt, als dass ich Müll mache, damit ich mehr verkaufe.“ Umso schöner, dass alle seine Alben auch den Weg in die Charts gefunden haben. 

ANNISOKAY 

Post-Hardcore? Alternative Rock? Metal? Wenn harte Mosh-Parts derart stimmig auf wehende Melodien und aggressive Shouts so spannend auf blitzsauberen Gesang treffen, sind Genreschubladen nur Schmuck am Nachthemd. Annisokay aus Halle entwickeln ihren druckvollen Sound mittlerweile seit über zehn Jahren und sowohl die Shows als auch die Studioproduktionen sind über die Zeit im besten Sinne gereift. 

Über das aktuelle Album „Arms“ (2018) heißt es im Pressetext, es solle roh, echt und organisch klingen. Und tatsächlich bestätigte der Metal Hammer: „Wenn man eine markante Veränderung zu den bisherigen drei Werken sucht, dann die, dass Annisokay ihr Material noch einmal gestrafft und von allem überflüssigen Fett befreit haben.“ 

DAS PACK 

Mit den Monsters of Liedermaching ist er Stammgast beim Open Flair und auch Pensens zweite Band Das Pack kommt bei weitem nicht zum ersten Mal. Warum? Ox Fanzine schreibt: „Live sind Das Pack immer ein Erlebnis. Wer die Band schon mal auf der Bühne gesehen hat, wird leicht verstehen, warum Kollegen wie Sondaschule und Montreal große Fans des Trios um den stilsicheren Frontmann und Top-Entertainer Pensen Paletti sind.“ 

Und über das aktuelle Album „Intelligentes Leben“ heißt es ebendort: „Kurzweilige Unterhaltung mit viel Charme, dem man sich nur schwer entziehen kann.“ Oder wie Pensen, Zorro und Rosi selbst ihre Packung aus Punk, Rock und Metal umschreiben: „omnipräsente Leidenschaft mit Pfiff & Geballer“. 

KAPELLE PETRA 

Kapelle Petra ist zurück. Und zwar nackt. Und zum Glück für alle Beteiligten nicht im naheliegenden körperlichen Sinne. Viel mehr hat sich die Kapelle musikalisch und inhaltlich etwas freier gemacht. Auf das Wesentliche beschränkt: Drei Musiker in einem Raum spielen live zusammen ein. Ohne viel Schnickschnack.

Das ergibt ein Soundbild, das nun viel mehr dem ähnelt, was bei Kapelle Petra schon seit Jahren auf der Bühne passiert. Eine druckvolle, bestens aufeinander eingespielte Band, die jeden Konzertbesucher vom Feinsten unterhält. Denn neben ihrer musikalischen Versiertheit (die man nach 21 Jahren Bandgeschichte nun auch wirklich zurecht erwarten darf) und textlicher Raffinesse darf vor allem eines nicht zu kurz kommen: die Unterhaltung. Und die bekommt man von Ficken Schmidt, Opa und Siepe serviert. Mit dem ganz großen Löffel – und zwar erst recht in 2019. 

WOHNRAUMHELDEN 

Wenn die Wohnraumhelden mit ihrem italienischen Kleintransporter angeknattert kommen, sich zu zweit mitsamt Schlagzeug auf die Ladefläche zwängen und loslegen, dann ist der Spaß vorprogrammiert. Ob am Werratalsee, dem Campingplatz oder sonst wo – mit ihren überraschenden Auftritten sorgten B-Man Mayor und C-Punkt Stein-Schneider schon mehrfach für begeisterte Besucheraufläufe beim Open Flair. 

Ihre Songs haben sie auf Alben wie „Rock’n’Roll Puppentheater“ (2011) oder „Rettung naht“ (2014) gepresst – doch der ganze Geist offenbart sich erst, wenn man das mobile Musikeinsatzkommando live erlebt hat. Seit ihrem letzten Besuch beim Open Flair 2015 haben sie sich ziemlich rar gemacht. Jetzt sind die Wohnraumhelden mit neuem Album zurück! 

MONOBO SON 

Manuel Winbeck ist Gründungsmitglied und somit seit mittlerweile zwölf Jahren bei LaBrassBanda aktiv. Ausgelastet ist der Posaunist und Haupttexter damit offenbar nicht, denn schon 2011 rief er mit Monobo Son seine Zweitband ins Leben. Mit Schlagzeug, Gitarre, Bläsern und Gesang nimmt das Projekt seitdem seinen Lauf. 

2013 absolvierten die Münchener auf Einladung des Goethe-Instituts Moskau eine zweiwöchige Tour durch Russland und nach einer ersten EP-Veröffentlichung folgte 2015 das Debütalbum „Jambo“. Bei Plattentests.de empfahl man dies als „eine Riesengaudi, und zwar ausdrücklich auch für jene, die nicht mit den Eigenheiten des bayerischen Dialekts vertraut sind“. Mit dem neuen Album „Scheene Wienerin“ kommen Monobo Son erstmals nach Eschwege! (red/dir)

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