Müll kostet eine Band

Arbeitskreis Open Flair will Campinggelände bis Ende nächster Woche räumen

Müllberge: Ganze Wohnzimmereinrichtungen hinterlassen die Festivalbesucher auf dem Campingareal. Für die Veranstalter ist die Entsorgung aufwendig und teuer. Foto: Sagawe

Eschwege. Zwischen 100 und 120 Tonnen Müll hinterlassen die 15 000 Camper beim Open Flair: ganze Zelte, Wohnzimmermöbel, Lebensmittelverpackungen.

Seit Montag wird das 45 Hektar (450.000 Quadratmeter) große Areal sukzessive gereinigt. „Bis Ende nächster Woche wollen wir das Gelände geräumt haben“, verspricht Arbeitskreis-Geschäftsführer Alexander Feiertag.

Nicht unüblich ist, dass die Festivalbesucher ihren Müll dort liegen lassen, wo er angefallen ist. Feiertag verweist darauf, dass dennoch „80 bis 90 Prozent“ der Camper ihren Müllpfand in Höhe von fünf Euro beziehungsweise den speziellen Möbelpfand in Höhe von 30 Euro, der auch auf größere Zelte und Kühlschränke erhoben wird, einlösen. Dafür müssen die Camper bei der Abreise die gefüllten Gelben Säcke und Restmülltüten abgeben beziehungsweise die mitgebrachte Möblierung wieder mitnehmen. Darüber hinaus ist das Mobile Müllkommando (MMK) auch während des Festivals ständig auf dem Gelände unterwegs und bietet zusätzliche Müllsäcke an. Nichtsdestotrotz bleiben riesige Abfallberge auf dem Campingplatz zurück.

„Das hat in diesem Jahr sicherlich auch mit dem Dauerregen zu tun“, sagt Feiertag. Wer ein Zelt für 19,90 Euro gekauft habe, lasse es eben zurück, wenn es völlig durchnässt sei.

Feiertag: „Wir versuchen seit Jahren gegenzusteuern.“ Auch wenn die Erfolge insgesamt recht bescheiden wirken, gelingt die Müllvermeidung wenigstens auf dem Green-Camping-Gelände. Und der Anteil der Öko-Besucher nimmt zu: Allein in diesem Jahr verdoppelte sich die Zahl auf 1500.

Aufwändig und kompliziert ist die Reinigung. „Jeder Zelt-Hering, jeder Kronkorken muss eingesammelt werden. Der Müll wird konsequent nach Wertstoffen getrennt. Die mehr als 100 Tonnen müssen kostenintensiv entsorgt werden: für 120 Euro pro Tonne. „Das wäre schon eine zusätzliche Band am frühen Samstagabend“, rechnet Feiertag gegen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare