Orgelspiel und Balkonblick

Meine alte Penne (8): Brüder-Grimm-Schule an der Dünzebacher Straße in Eschwege

Ausblick zum Leuchtberg: Bevor die Brüder-Grimm-Schule in das Gebäude einzog, war die Leuchtbergschule darin untergebracht. Vom Balkon im Dachgeschoss genießt Schulleiter Harald Krones den Ausblick zum Eschweger Hausberg. Fotos: Sagawe

Eschwege. Der kleine Raum im Türmchen des Altbaus ist bei den Schülern nicht sonderlich beliebt. Als Direktor Harald Krones das Zimmer nach den Sommerferien einer Klasse mit geringer Schülerzahl zuwies, waren die Proteste laut. Krones bot den Jugendlichen einen Deal an: ein Jahr in dem engen Raum und danach garantierter Umzug in den Neubau der Brüder-Grimm-Schule. Ein Vertrag wurde aufgesetzt, von Krones und den Schülern unterschrieben.

„Als ich die Kinder nach diesem Jahr in ihrem Klassenzimmer besuchte, um den Vertrag einzulösen, wollten sie nicht mehr umziehen“, erzählt Krones. Der vermeintlich ungemütlichste Raum der Eschweger Schule war inzwischen wohnlich eingerichtet, an den Fenstern hingen sogar Gardinen.

Manche Räume im Altbau seien beliebt, andere nicht, berichtet Krones. Generell bevorzugt würden die Zimmer im Neubau nicht, obwohl die modern eingerichtet und mit Teppichbaden ausgelegt seien. Die Räume im Obergeschoss des Neubaus seien großzügig geschnitten und hätten die beste Aussicht. Sie liegen allerdings in unmittelbarer Nähe zu den Naturwissenschaften. Da relativiere sich die Beliebtheit dann wieder.

Eine Etage tiefer finden die Jüngsten ihre Klassenräume. „Der Jahrgang fünf wird grundsätzlich im Erdgeschoss untergebracht“, sagt Krones. In der Cafeteria, ebenfalls im Erdgeschoss des Neubaus, ist viel Platz für die Kinder und Jugendlichen. Die großen Veranstaltungen finden hier statt. Gegenüber im Altbau der Schule, die früher Leuchtbergschule hieß und einst ein reines Mädchengymnasium war, ist die Aula zu finden.

Statische Grenzen und zu wenig Platz sind die Ausschlusskriterien bei schulischen Veranstaltungen mit vielen Teilnehmern. Der Saal im Obergeschoss des alten Gemäuers hat Charakter und eine Orgel, die bei festlichen Anlässen auch gern gespielt wird.

Über eine weitere Treppe nach oben erreicht der Besucher den Musikraum, in dem Tasteninstrumente in Klassenstärke verfügbar sind. Eine Tür zum Balkon mit Blick zu den Leuchtbergen ist verschlossen – aus Sicherheitsgründen. Das ändert nichts am wunderbaren Ausblick auf die grünen Zonen Eschweges, der durch die Fenster kaum weniger attraktiv ist als vom angebauten Balkon.

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