Forstamt arbeitet im Leuchtbergwald: Bestandspflege und Verkehrssicherung

Ein Park für die Eschweger

Baum fällt: Coca Vasille von der Firma Leister arbeitet im Leuchtbergwald. Etwa 600 Festmeter Holz werden bis zum kommenden Donnerstag in dem Areal gefällt. Fotos: Sagawe

Eschwege. Am Leuchtberg bei Eschwege werden derzeit instabile Bäume gefällt. Besondere Arten sollen so mehr Platz zum Wachsen bekommen.

Noch bis Donnerstag kommender Woche dauern die Arbeiten zur Verkehrssicherung und Bestandspflege am Leuchtberg bei Eschwege. Dann werden die Arbeiten eingestellt und im Spätherbst wieder aufgenommen.

„Naturschutz steht im Vordergrund“, sagt Dr. Thomas Rysavy vom Forstamt Wehretal. Deswegen würden die Arbeiten in die vegetationsarme Jahreszeit gelegt. Brütende Vögel sollen nicht gestört werden. Etwa alle acht Jahre muss der Mischwald so gepflegt werden. Seltene Baumarten wie Els- und Mehlbeere, Feldahorn und Robinie benötigen Raum zur Entfaltung; wertvolle Arten wie die Eiche ebenfalls. „Der Leuchtberg soll ein Park für die Eschweger sein“, sagt Revierleiter Rolf-Dieter Schulz. Natürlich haben die Arbeiten auch forstwirtschaftlichen Charakter. Immerhin werden auf dem gut 20 Hektar großen Areal rund 600 Festmeter Holz für den Verkauf geschlagen.

Genutzt wird alles, was sich irgendwie vermarkten lässt. Selbst die Teile des Baumes, die für die Holzindustrie uninteressant sind, haben ihren Platz im Wertstoffkreislauf. Sie werden energetisch verwertet.

Revierleiter Schulz markiert Bäume zur Fällung, aber auch die, die unbedingt bleiben sollen - auch wenn sie für die Forstwirtschaft nahezu wertlos sind, aber einen wichtigen Platz im Naturschutz haben. Das blaue “H“ steht für Habitatbaum. Damit werden abgestorbene Bäume für Höhlenbrüter erhalten. Wo die Wege das zulassen, setzen die Baumrücker schweres Gerät ein, an unzugänglichen Stellen und im tieferen Bestand erledigen Pferde diese Aufgabe.

Dr. Rysavy bedauert, dass im Winter die Pflegearbeiten nicht möglich waren. Wegen des milden Wetters seien die Flächen aufgeweicht gewesen, sagt er. Aus ökonomischer Sicht, so der Leiter des Forstamtes, sei das nicht gut. Die jetzigen Arbeiten beschränken sich auf das Gelände am der Stadt zugewandten Hang des Leuchtberges. Die Flächen Richtung Aue und Werratalsee sind stillgelegt und werden nahezu komplett sich selbst überlassen.

Von Harald Sagawe

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