Investor aus Erlangen will marodes Objekt sanieren und dann selbst bewirtschaften

Eschwege: Parkhaus wird verpachtet

Eschwege. Die Stadt Eschwege wird ihr sanierungsbedürftiges Parkhaus ab Januar an einen Investor verpachten. Das hat die Stadtverordnetenversammlung am Mittwochabend während der letzten Sitzung des Jahres beschlossen.

Die Park-Raum-Management GmbH (PRM) aus Erlangen wird das Objekt für die nächsten 30 Jahre pachten.

Das fast 30 Jahre alte Eschweger Parkhaus muss dringend saniert werden. Das haben Gutachten ergeben, die die Stadt Eschwege in den vergangenen Monaten in Auftrag gegeben hat. Das Streusalz, das in den Wintermonaten von Autos in das Parkhaus mitgebracht wurde, hat dem Betonbau arg zugesetzt. Es hat sich in die Trennfugen an den Rampen und in andere Betonteile gesetzt. „Das Parkhaus wurde stark in Mitleidenschaft gezogen“, sagt Bürgermeister Alexander Heppe. Sanierungskonzepte, die die Stadt vor einem Jahr in Auftrag gegeben hatte, prognostizierten Kosten von 840 000 bis 1,2 Millionen Euro. Im Haushalt war dieses Geld nicht mehr vorgesehen. Die Stadt suchte Alternativen. „Von Verkauf über Verpachtung bis hin zu Umnutzung und Abriss haben wir alles diskutiert“, sagt Baudezernent Heppe. Seit Februar wird über eine Verpachtung verhandelt.

Die Modalitäten, die das Rathaus jetzt ausgehandelt hat, hören sich traumhaft an: Die PRM pachtet für 30 Jahre. Im Gegenzug verpflichtet sich das Unternehmen, das Parkhaus innerhalb von drei Jahren statisch zu sanieren. Innerhalb von zwölf Jahren muss das Objekt vollständig renoviert sein. Das Parkhaus soll weiterhin 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche geöffnet sein. Dafür darf die PRM den Parkraum bewirtschaften. Wie das konkret aussehen wird, dazu gibt es noch keine Pläne. Vermutlich wird eine Schranke eingebaut werden, um die kostenlose Nutzung zu verhindern. Bislang musste man im Parkhaus nur einen Parkschein ziehen. PRM will ein neues Lichtkonzept installieren und voraussichtlich die Parkplätze verbreitern.

Das Haus, das die Stadt Eschwege 1986 während der Altstadtsanierung gebaut hatte, verfügt über 176 Stellplätze. 28 davon sind dauerhaft vermietet. Die Verträge bleiben bestehen. Auch die Durchfahrt zum Nachbar-Parkhaus bleibt unberührt. In der Vergangenheit schrieb das Objekt rote Zahlen. Jährlich legte die Stadt Eschwege rund 30 000 Euro drauf.

Von Tobias Stück

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