Im Werra-Meißner-Kreis ist der Weg ins Parlament für Frauen schwerer

Werra-Meissner. Im Werra-Meißner-Kreis haben die Kandidatinnen für die Kommunalwahl nur in wenigen Orten vom Wahlsystem profitiert, in vielen haben sie verloren. Damit bleibt die Frage, ob Kumulieren und Panaschieren Frauen in der Politik benachteiligt, für die Region offen.

Denn egal wie die Parteien ihre Listen zusammenstellen – etwa um den Frauenanteil zu erhöhen – , die Bürger können gezielt Kandidaten von den hinteren Plätzen nach vorn wählen – und das tun sie auch.

Wie ein stichprobenartiger Vergleich der Kandidatenlisten mit den Wahlergebnissen ergab, stieg der Frauenanteil vor allem in größeren Gremien. In Eschwege etwa stellten sich 30 Frauen und 85 Männer zur Wahl – das entspricht einem Frauenanteil von 26 Prozent. Gewählt wurden 12 Frauen und 25 Männer. Das neue Parlament hat also einen Frauenanteil von 32 Prozent – ein Plus von sechs Prozentpunkten. Im Kreistag waren 27 Prozent der Kandidaten Frauen, im Parlament sind es 31 Prozent, in Bad Sooden-Allendorf liegt das Verhältnis bei 18 Prozent (Kandidatinnen) zu 25 Prozent (Gewählte).

Doch die Größe der Kommune ist keine Garantie für mehr Frauen im Parlament: In Witzenhausen, der zweitgrößten Stadt im Kreis, sank der Frauenanteil von 30 Prozent bei den Kandidaten auf 22 Prozent bei den Gewählten, in Sontra von 18 auf 16 Prozent. In den kleinen Gemeinden Weißenborn (20 auf 17 Prozent) und Neu-Eichenberg (28 auf 27 Prozent) hatten die Kandidatinnen das Nachsehen.

Besonders schlecht sieht es für politische engagierte Frauen derzeit in Großalmerode aus: Hier waren nur 12 Prozent der Kandidaten Frauen, direkt gewählt wurde mit Ingrid Schmuch (Wählergemeinschaft) eine einzige. Der Frauenanteil im Parlament liegt jetzt bei 3 Prozent. Im Südkreis bildet Herleshausen das Schlusslicht – im 15-köpfigen Parlament sitzt eine Frau. Insgesamt sind höchstens ein Drittel aller Abgeordneten im Kreis Frauen.

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