Werratalsee: Biotop wurde 2016 eingerichtet – Bußgeld droht

Partywütige vermüllen Schutzinsel für Vögel

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Partywütige vermüllen Schutzinsel für Vögel

Eschwege. Statt ruhigem Brutgebiet finden Vögel auf der Schoninsel am Werratalsee Müll und Lärm vor.

Im Frühjahr 2016 wurde am Nordwestteil des Werratalsees gegenüber der Gemeinde Grebendorf eine Insel als Naturschongebiet für Vögel eingerichtet – doch die Abgelegenheit der Insel zieht nicht nur seltene Vögel an, sondern auch Partywütige, die dort ihren Müll zurücklassen.

Die Stadt Eschwege reagiert jetzt auf die Hinterlassenschaften und verweist in einer Pressemitteilung darauf, dass sowohl das Betreten der Schutzinsel als auch die illegale Müllentsorgung verboten ist. Dass es sich dabei um kein Kavaliersdelikt handelt, wird bei der Höhe des Bußgeldes deutlich: 2500 Euro werden fällig, wenn jemand beim Zurücklassen von Müll erwischt wird. „Wir werden es nicht bei freundlichen Verwarnungen belassen, sondern hart durchgreifen“, kündigt Eschweges Bürgermeister Alexander Heppe an.

„Die Insel ist eine wichtige Ruhe- und Brutzone für viele seltene Vogelarten, die vom Werratalsee angezogen werden“, betont Marco Lenarduzzi, Geschäftsführer des Geo-Naturparks Frau-Holle-Land. Unter anderem sei hier hessenweit ein sehr wichtiges Brutgebiet für den seltenen Drosselrohrsänger entstanden. Zudem würden weitere seltene Arten wie der Flussregenpfeifer und Reiherenten die Insel nutzen.

Ein naturnaher Tourismus im Einklang mit dem Naturschutz sei der Stadt sehr wichtig, betont Heppe. Gemeinsam mit dem Naturpark wird dafür derzeit ein Konzept entwickelt. „Die Kreisstadt Eschwege handelt hier vorbildlich“, sagt Lenarduzzi. Tatsache sei, fügt der Naturpark-Chef an, dass es am Werratalsee genügend geeignete Stellen zum Feiern gebe. „Das muss nicht auf der Schutzinsel sein.“ Auch über die Hinterlassenschaften kann Lenarduzzi nur den Kopf schütteln: „Es ist absurd, die Leute sitzen beim Feiern in ihrem eigenen Müll.“

Von Diana Rissmann 

 

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