Pilzesammeln im Herbst

Vorsicht vor dem giftigen Gegenstück: Pilzberater geben Tipps für Anfänger

Essbar: Der Fichtensteinpilz hat einen braunen Hut.
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Essbar: Der Fichtensteinpilz hat einen braunen Hut.

Viele Menschen machen sich im Herbst im Wald auf die Pirsch zum Pilzesammeln. Dabei muss man aber aufpassen, denn schnell landen auch Giftpilze im Korb. Pilzspezialist Gerhard Schuster gibt Tipps.

Nie ohne Vorkenntnisse Pilzesammeln

Werra-Meißner - „Der größte Fehler, den man machen kann, ist ohne Vorkenntnisse Pilze sammeln zu gehen“, sagt Kunze. Das bestätigt auch Schuster. Die Experten empfehlen, bei geführten Pilzwanderungen Pilzarten und ihre Merkmale sowie ihre giftigen Gegenstücke genauer kennenzulernen. Schuster bietet solche Wanderungen etwa über den Geo-Naturpark Frau-Holle-Land an. Wer auf eigene Faust losziehen möchte, sollte dies mit einem aktuellen Buch tun. Von veralteten Pilzbüchern rät Schuster aber ab: „Manche Pilze, die in den 60er- und 70er-Jahren noch als essbar galten, gelten heute als giftig“, verdeutlicht er.

Vorsicht bei der Bestimmung von Pilzen über Handy-Apps

Schuster und Kunze raten dringend von Handy-Apps ab, mit denen sich via Kamerafunktion Pilze bestimmen lassen sollen. „Wir haben bei mehreren Tests festgestellt, dass die nichts taugen“, sagt Kunze. In 90 Prozent der Fälle könnten gefährliche Unfälle dabei herauskommen.

Essbar: Die Pfifferlinge.

Keine alten Pilze sammeln

„Zwei-drittel aller Vergiftungen in Deutschland im Jahr sind auf verdorbene Pilze zurückzuführen“, sagt Schuster. Er empfiehlt: immer junge und frische Pilze ernten. Auch im Supermarkt sollte man darauf achten, dass die Pilze noch frisch aussehen und riechen. „Die Pilze sollte nicht labberig sein“, erklärt Schuster.

Wie erkennt man Giftpilze?

Den typischen Fliegenpilz kennt wohl jeder. Aber was ist mit anderen Giftpilzen? Der giftigste Pilz in Mitteleuropa ist der grüne Knollenblätterpilz, den man auch in den heimischen Wäldern findet. Er hat einen grünen Schirm und: Am Stiel ist eine breite, weiße Knolle zu erkennen. Er ist tödlich. Dasselbe gilt für den weiß gefleckten Pantherpilz, der dem essbaren Perlpilz sehr ähnlich ist. „Zur Sicherheit würde ich alle Pilze, die aus einer Knolle wachsen, weglassen“, rät Schuster. Der Satanspilz ist als einer der wenigen Röhrenpilze ebenfalls giftig. Er hat einen hellen Hut, mit roten Röhren und rotem Stiel. Die Binsenweisheit „Alle Röhrenpilze sind essbar“ treffe nicht immer zu, betont Schuster.

Giftig: Den Pantherpilz mit Flecken und Knolle.

Wie erkennt man essbare Pilze?

Gerhard Schuster empfiehlt allen Anfängern, sich an die Pilze zu halten, die sie kennen und alle anderen stehen zu lassen. In seinem Buch über Pilzarten, die leicht zu erkennen sind, ist etwa der Steinpilz aufgeführt: brauner dicker Hut, weiße Röhren, dicker weißer Stiel. Aber auch Maronenröhrlinge, mit ihrem hellbraunen Stiel, dem halbkugeligen braunen Hut und creme-gelben Röhren sind gut zu erkennen.

Giftig: Der grüne Knollenblätterpilz.

Auch nennt Schuster die Krause Glucke, die aussieht wie ein Schwamm, den Parasolpilz und den Schopftintling. Von Champignons raten die Experten ab. Zu viele Arten gebe es und es sei zu leicht, sie zu verwechseln, wie mit dem Giftchampignon und dem Knollenblätterpilz. (Von Jessica Sippel)

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