Pilzsaison in diesem Jahr so spät wie nie

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Fichtensteinpilze gibt es reichlich.  Gerhard Schuster

Die Pilze schießen aus dem Boden, allerdings ungewöhnlich spät im Jahr. Dafür aber um so üppiger

Werra-Meißner – Pilzsammler erwartet aktuell in den heimischen Wäldern ein reiches Angebot. So spät wie nie sprießen Steinpilze und Maronen aus dem Boden. Grund dafür ist, dass es etwas gedauert hat, „bis der Herbstregen den tiefgründig ausgetrockneten Boden ausreichend durchfeuchtet hat“, erklärt Pilzexperte Gerhard Schuster aus Bad Sooden-Allendorf.

Niederschläge und milder Oktober

Marco Lenarduzzi, Geschäftsführer des Geo-Naturparks Frau-Holle-Land, sagt: „Wir hatten Niederschläge, die die obere Bodenschicht gut durchfeuchtet haben, dazu kommt der milde Oktober und die bisher noch ausgebliebenen Bodenfröste.“ Das sei eine ideale Konstellation für viele Pilze. Und: Pilzesammeln sei beliebt. „Ich treffe regelmäßig Pilzsammler im Geo-Naturpark.“

Auf den Wiesen ging es früher los

Auf den Wiesen und Weiden sei das Pilzwachstum schneller gegangen, weiß Schuster. Bereits seit Herbstanfang habe es hier eine reiche Auswahl an Wiesenchampignons, Schopftintlingen, Riesenbovisten und Parasolpilzen gegeben. Seit nun vor gut zwei Wochen die Feuchtigkeit auch im Wald angekommen sei, wachsen hier Fichtensteinpilze, Maronenröhrlinge und Flockenstielige Hexenröhrlinge „in selten gesehener Anzahl“, so Schuster. Pfifferlinge und Herbsttrompeten seien jedoch bisher komplett ausgeblieben. „So ist eben jedes Pilzjahr verschieden – manche Arten erscheinen massenhaft und andere Arten gar nicht.“

Pilze wichtig für das Ökosystem 

„Generell spielen Pilze eine große Rolle im Ökosystem Wald“, erklärt Lenarduzzi. So würden viele Pilzarten zum Beispiel Laub und Holz abbauen und damit dem Boden wichtige Nährstoffe zur Versorgung der Bäume zuführen. Zudem gebe es Allianzen zwischen Pilzen und Bäumen, bei denen der Pilz mit feinen Wurzelhaaren die Baumwurzel umwächst und dem Baum damit Nährstoffe zuführt. „Der Baum revanchiert sich mit Zuckerstoffen für den Pilz aus der Photosynthese“, so Lenarduzzi.

Das werden sie wahrscheinlich auch noch ein paar Tage tun. Bis zu den ersten knackigen Nachtfrösten wird das Pilzangebot laut Schuster wohl erhalten bleiben.

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