Fahrradclub kündigt Einmischung bei der Verkehrsgestaltung an

Radler: Entgegengesetzt in die Einbahnstraße fahren soll erlaubt werden

Entgegen der Fahrtrichtung: Hartmut Hufgard (links) und Bernd Göke wollen, dass Radfahrer Einbahnstraßen in beide Richtungen befahren dürfen. Foto: Sagawe

Eschwege. Sie wollen sich in Zukunft stärker einmischen, wenn Verkehrsprojekte im Werra-Meißner-Kreis die Interessen von Radfahrern berühren. Zu den Zielen zählt die weitgehende Aufhebung der Einbahnstraßenregelung. Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) hat sich im Kreis formiert.

„Es gibt schon Straßen, über die wir nachdenken können“, sagt Heppe, „es ist unsere klare Zielsetzung, Radfahrern mehr Raum anzubieten, wo das möglich ist.“ Während die gesetzlich mögliche Regelung in der Kreisstadt momentan aber noch nicht genutzt wird, ist Witzenhausen schon einen Schritt weiter.

„Wir haben in weiten Teilen diese Möglichkeit schon eingerichtet“, sagt Bürgermeisterin Angela Fischer. Witzenhausen habe als Studentenstadt sehr viele Radler. Die Erfahrungen seien weit überwiegend positiv, mit Ausnahmen: Für die Steinstraße gilt die Regelung wegen einer Engstelle nicht. „Das wird dann oft nicht wahrgenommen“, sagt Fischer.

Auch andere Gemeinden befassen sich mit der Thematik. In Wehretal beispielsweise kann sich Bürgermeister Jochen Kistner vorstellen, die Einbahnregelung am Leimbach in Reichensachsen für den Teilabschnitt zwischen Land- und Friedenstraße aufzuheben. Im Ortsteil Hoheneiche nennt Kistner den Fuhrgraben. „Wir werden das mit dem Ortsbeirat besprechen“, so der Bürgermeister. Möglicherweise könne dort aber gänzlich auf die Einbahnstraße verzichtet werden.

Fahrradclub kündigt Einmischung bei der Verkehrsgestaltung der Kommunen an

An beiden Seiten der Einbahnstraßen muss die Ausnahmeregelung beschildert sein. Radfahrer müssen darauf hingewiesen werden, dass sie entgegengesetzt der vorgeschriebenen Fahrtrichtung unterwegs sein dürfen. Autofahrer müssen wissen, dass ihnen Radfahrer entgegen kommen könnten. Wenn es nach dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) geht, ist diese Beschilderung bald Standard an den Einbahnstraßen im Werra-Meißner-Kreis.

Daneben gibt es aber auch noch eine ganze Reihe anderer Ziele, die Hartmut Hufgard und Bernd Göke verfolgen. „Die Verkehrswegeplanung in den Innenstädten ist ein wichtiges Thema für uns“, sagen die Vorstände des Kreisverbandes. Der hat sich gerade neu formiert, zählt inzwischen 65 Mitglieder und hat einen fünfköpfigen Vorstand, dem neben Hufgard und Göke auch Wolfgang Wagner (Wanfried), Ernst Göttlicher und Michael Liebmann (beide Witzenhausen) angehören.

Der ADFC kündigt Gespräche mit den Städten und Gemeinden an, um stärker in die Planungen einbezogen zu werden. Das gelte für vorhandene Straßen und für die Planung neuer Wege. Insbesondere in Eschwege wollen die Radfahrer Verbesserungsvorschläge machen.

Bürgermeister Alexander Heppe sieht dem erwartungsfroh entgegen und weist auf einige Veränderungen aus der jüngeren Vergangenheit zugunsten der Radler hin. Heppe nennt beispielhaft die Ummarkierungen mit Schutzstreifen Unter dem Berge und auf der Gartenstraße.

Von Harald Sagawe

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