Exklusiver Blick

Bügeleisenhaus wird jetzt Ferienwohnung

Ein Projekt aus Leidenschaft: Die Eschweger Stadtführerin Hertha Darimond hat das als Bügeleisenhaus bekannte Gebäude an der Werrabrücke im Eschweger Stadtteil Brückenhausen saniert. Archivfoto: Sagawe

Eschwege. Vor einem Jahr hatte Hertha Darimond mit der Sanierung des kleinen Hauses an der Werrabrücke begonnen und wollte ursprünglich eine Radler-Pension darin eröffnen. Jetzt, da es beinahe fertiggestellt ist, zeigte sie die Ergebnisse der Öffentlichkeit.

Die Farbe Rot zieht sich wie der buchstäblich rote Faden hindurch. Rote Linoleumfußböden im Dachgeschoss, eine rot gestrichene Holzstiege, rot ausgemalte Fensterrahmen.

Neben viel Schweiß, Geld und echter Handarbeit von allen Beteiligten ist auch eine Menge Herzblut mit in das Liebhaberobjekt hineingeflossen, um es in ein Schmuckkästchen zu verwandeln. Durch das Programm „Bauen im Bestand“ gab es zusätzlich Fördermittel von der Stadt. Das kleine Haus, das auf jeder Etage gerade einmal 40 Quadratmeter Wohnfläche umfasst, ist im Volksmund seiner Form wegen als Bügeleisenhaus bekannt und war einst eine Mühle.

Die Bausubstanz des Fachwerkhäuschens war gut erhalten. Um das Gebäude jedoch wieder bewohnbar zu machen, war die komplette Innensanierung fällig. Hertha Darimond hatte die Idee, mithilfe des Seniorenforums und anderen Unterstützern viele Arbeiten in Eigenleistung zu erledigen, doch diese Pläne ließen sich in der Praxis nicht umsetzen. Eschweger Handwerksfirmen übernahmen die Arbeiten, allen voran Thomas Eichholz, der sich auf die Fachwerksanierung spezialisiert hat und seine Erfahrungen auf diesem Gebiet gut nutzbar machen konnte.

Brückenhausen wieder hübsch zu machen und dadurch aufzuwerten, ist auch ihm ein großes Anliegen. Trotz der angestrebten Modernisierung sollte der historische Charakter des Hauses aber erhalten bleiben. „Ich habe ein Fachwerkhaus, und das möchte ich auch sehen“, sagte Hertha Darimond zur Eröffnung. Wo es möglich war, wurden die alten Dielenböden aufgearbeitet, allerdings mussten im Erdgeschoss auch faule Balken erneuert werden.

Im Dachgeschoss ließ die Bauherrin die nicht mehr zeitgemäße Dämmung entfernen, um gleichzeitig die Balken des Dachstuhls freizulegen. Sie selbst legte mit Hand an und putzte die Balken heraus. Entgegen der ursprünglichen Planung soll das Haus nun aber nicht als Pension für durchreisende Radfahrer genutzt werden, sondern als privat angebotene Ferienwohnung. „Diese Wohnung ist damit ein wunderbares Angebot, gerade auch, weil die Lage so besonders ist“, schwärmte Jutta Riedl, Leiterin der Tourist-Information. Der Blick aus dem Fenster geht direkt auf die Werra hinaus.

Von Kristin Weber

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