Radfahrausbildung für Kinder: Den Kettentest bestehen

Ein Polizist setzt einer Schülerin den Fahrradhelm auf
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Sicherheit geht vor: Der r ichtige Sitz des Helms ist bei Guido Schilling und Melissa Jordan so wichtig wie der richtige Sitz der Schutzmaske.

Angehende Fünftklässler hatten während der Sommerferien Gelegenheit, ihre Fahrradausbildung zu machen. 60 Kinder nutzen das Angebot der Polizei. 

Eschwege. Frei fahren die zehn angehenden Fünftklässler erst mal auf dem Schulhof der Geschwister-Scholl-Schule durcheinander. Dabei bewegen sie sich mit ihren Fahrrädern auf einem Straßensystem mit Fahrbahnmarkierungen, Ampeln, Straßenschildern und Verkehr im Mini-Format. Als Polizeioberkommissar Guido Schilling „Kommt mal zu mir“, ruft, steuern alle mit ihren Rädern auf den Verkehrspädagogen zu. Nach kurzer Zeit hat er die Jungs und Mädchen zusammengetrommelt und gibt ihnen für ihre Fahrradausbildung neue Informationen.

Ausbildung war in Schulzeit wegen Corona ausgefallen

Wegen der Corona-Pandemie war das während der Schulzeit nicht möglich. Für die rund 400 Viertklässler ist in diesem Jahr die Verkehrserziehung ausgefallen. Deshalb holte die Polizei Hessen das Wesentliche der Jugendverkehrsschule nun in den Sommerferien nach. 60 Kinder im Alter von zehn Jahren aus dem gesamten Werra- Meißner-Kreis haben sich freiwillig über ihre Schulen angemeldet. Die Ausbildung hat in den letzten drei Wochen der Sommerferien stattgefunden. In einer Woche bekommen immer zwei Gruppen mit jeweils zehn Jungs und Mädchen von Schilling und seiner Kollegin Andrea Dornieden alles beigebracht, was sie rund ums Fahrradfahren wissen müssen.

Die Theorie

Der erste Tag startet mit einer theoretischen Einführung in das Fahrradfahren. Von Verkehrsschildern bis zu dem, was ein verkehrssicheres Fahrrad ausmacht, bringen die zwei Polizisten den Kindern alles bei. Natürlich lernen die Kinder auch, wie und wo man ein Fahrrad richtig abschließt und was man tun muss, falls das Rad dann doch mal gestohlen wird. Hin und wieder wirft Schilling Anekdoten aus seinem Alltag bei der Polizei ein – natürlich passend zum Thema Fahrradfahren.

Nach der Theorie geht es raus auf den Schulhof, der fast aussieht wie ein echtes Straßensystem. Das soll die Jungen und Mädchen auf den zweiten Tag vorbereiten, an dem sie in den „echten“ Straßenverkehr in Eschwege starten.

Die Praxis

Deshalb werden Dinge wie eine Vollbremsung oder das Halten des Gleichgewichts spielerisch geübt. Beim Kettentest geht es darum, dass die Kinder mit einer Hand eine Kette von einem Pfosten aufheben und um den Pfosten herumfahren müssen und die Kette anschließend wieder auf dem Pfosten ablegen sollen. Das soll so schwierig sein, dass Schilling eine Wette mit den Kindern abschließt. „Wenn mindestens zwei von euch das schaffen, bekommt ihr ein Eis“, verspricht er. Verblüfft schaut er, als die kleine Mira schon als Dritte die Kette sicher auf den Pfosten legt. Diese Sonderübungen kommen auch in der praktischen Prüfung dran.

Es geht um gutes Fahren und um Spaß

Bei der Verkehrserziehung mit den erfahrenen Polizeibeamten geht es nicht nur um das richtige Fahrradfahren, sondern auch um den Spaß. Der 50-jährige macht gerne Witze mit den Kindern. Er selbst ist schon seit 34 Jahren im Dienst und seit dreieinhalb Jahren bei der Jugendverkehrsschule. Seine Kollegin Andrea Dornieden ist seit 29 Jahren im Dienst, aber erst seit Kurzem bei der Fahrradausbildung. Am Ende der zwei Tage bekommen die Kindern ihren Fahrradführerschein, wenn sie die Theorie bereits bestanden haben, oder eine Teilnahmeurkunde. Die Eis-Wette hat Schilling übrigens verloren. Von Annika Brassel

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