Polizei stellt 550 persönliche Datensätze sicher, die im Darknet missbraucht wurden

Eschwege. Die Polizei in Eschwege hat zirka 550 Datensätze von Personen aus dem Werra-Meißner-Kreis sichergestellt, die offensichtlich von unbekannten Tätern im sogenannten Darknet missbraucht wurden. Das teilt Pressesprecher Jörg Künstler mit.

Das Darknet ist laut Künstlers Kollegen Alexander Först eine Variante des Internets, die sozusagen im Verborgenen liegt. Dieser Zusammenschluss von privaten Netzwerken ohne zentralen Server und seine Internetseiten sind über normale Browser wie Firefox nicht aufrufbar und deshalb ein Sammelbecken für Cyber-Kriminelle, die Betrügereien wie den vorliegenden Datenklau begehen – auch, weil Nutzer nicht zurückzuverfolgen sind.

Ermittelt hat diese Daten, die aus Real-Namen, Anschriften, Geburtsdaten und Bankverbindungen mit IBAN-Nummern (ohne Kennwörter) bestehen, eine Privatperson, die selbst im Internet betrogen wurde und eigenständig online über das Darknet recherchiert hat.

Ob und inwiefern die persönlichen Daten schon missbraucht wurden, ist noch nicht ganz bekannt. Die Polizei sichtet nach Künstlers Angaben derzeit die Daten und bereitet sie auf. Aufgrund datenschutzrechtlicher Bestimmungen bittet er ausdrücklich darum, von Telefonanfragen bei der jeweiligen Hausbank oder der Polizei Abstand zu nehmen.

"Achten Sie ihrerseits aber auf verdächtige Kontobewegungen und seien sie sensibel im Umgang mit der Veröffentlichung ihrer persönlichen Daten“, sagt Künstler. Betroffene Personen und Bankkunden werden laut ihm in den nächsten Tagen von der Polizei oder ihrer Hausbank schriftlich kontaktiert und erhalten auf diesem Weg weitere Informationen und Verhaltenshinweise.  "Die betroffenen Kunden werden wir unmittelbar über den Sachverhalt informieren und weitere Hinweise geben", sagt Lutz Römer, Unternehmenssprecher der Sparkasse Werra-Meißner. "Die Hinweise der Polizei sind gut und wichtig."

Die wichtigsten Tipps zum Schutz vor Betrug im Internet:

- Überprüfen Sie regelmäßig Ihre Online-Konten. 

- Überprüfen Sie regelmäßig Ihr Bankkonto und melden Sie Ihrer Bank alle verdächtigen Aktivitäten. 

- Nehmen Sie Online-Zahlungen nur auf sicheren Websites vor (überprüfen Sie den URL-Balken im Hinblick auf das Vorhängeschloss und https) und benutzen Sie sichere Verbindungen (wählen Sie ein mobiles Netz anstelle eines öffentlichen WLANs).

 - Ihre Bank wird Sie nie telefonisch oder per E-Mail nach sensiblen Daten, wie z. B. den Zugangsdaten zu Ihrem Online-Konto, fragen. 

- Falls sich ein Angebot zu gut anhört, um wahr zu sein, handelt es sich fast immer um einen Betrug.

 - Wahren Sie den Schutz und die Sicherheit Ihrer personenbezogenen Daten. 

- Achten Sie genau darauf, wie viel persönliche Informationen bzw. Daten Sie auf Websites in den sozialen Netzwerken preisgeben. 

- Betrüger können Ihre Daten und Bilder nutzen, um eine falsche Identität zu schaffen oder Sie zum Ziel eines Betrugs machen.

 - Wenden Sie sich umgehend an Ihre Bank, wenn Sie befürchten, Ihre Kontodaten einem Betrüger genannt zu haben. 

- Zeigen Sie jeden Verdacht eines versuchten Betrugs bei der

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