Beim Eschweger Unternehmen Präwema werden die Azubis am Roboter ausgebildet

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Lernen am Roboter: Die Netzwerkinitiative Wirtschaft (Niwe) Eschwege und Präwema starten das Trainingszentrum 4.0. (von links) Die Ausbildungsleiter Michael Stey und Florian Zeuch sowie Wolfgang Conrad von Niwe. Der Kuka-Trainingsroboter hat schon gelernt, das Präwema-Emblem zu zeichnen.

Beim Eschweger Unternehmen Präwema werden die Auszubildenden auch in Robotik geschult. Durch das Netzwerk Niwe kommen auch Lehrlingen anderer Firmen in den Genuss dieser Qualifikation. 

„Für die Ausbildung von Fachkräften – aber auch in der Fort- und Weiterbildung – sind fundierte Kenntnisse in Robotik und Automation heute essentiell“, ist Wolfgang Conrad, Wirtschaftsförderer der Stadt Eschwege und Vorsitzender der Netzwerkinitiative Wirtschaft Eschwege, überzeugt. 

Zusammen mit der Firma Präwema Antriebstechnik in Eschwege baut das Netzwerk die überbetriebliche Ausbildung der Firma zum „Trainingszentrum 4.0“ aus.

Azubis aus anderen Firmen

An einem speziellen Kuka-Trainingsroboter lernen die 24 Auszubildenden von Präwema sowie die Azubis anderer Firmen aus dem Werra-Meißner-Kreis, die ebenfalls in den Werkshallen auf dem Hessenring ausgebildet werden, die Grundlagen der Robotik in der Praxis kennen. Sie lernen, wie Roboter funktionieren und üben die unterschiedlichen Arten, den Roboter zu programmieren, damit er anschließend komplexe Bewegungsabläufe ausführen kann.

Neben den Auszubildenden möchten die Kooperationspartner auch Schulen, Universitäten und KI-Netzwerke über die Landesgrenzen nach Thüringen hinaus einladen, die Praxis zu erlernen. Ausbildungsmeister Michael Stey und seine Kollegen haben die entsprechenden Lehrgänge absolviert, um in Eschwege den Nachwuchs in Robotik ausbilden zu können. „Wichtig ist uns der Praxisbezug in der Ausbildung“, sagt er. Der nächste Schritt soll dann die Fort- und Weiterbildung von Mitarbeitern sein.

Für den Wirtschaftsstandort

Das Stichwort heißt: lebenslanges Lernen. Schließlich möchte Wolfgang Conrad das Ausbildungskonzept in einem dritten Schritt auf den 3-D-Druck ausweiten. „Wir investieren in den betrieblichen Nachwuchs, damit der Wirtschaftsstandort Werra-Meißner auch in Zukunft wettbewerbsfähig ist“, sagt Conrad. „Die Unternehmen sind heute einem digitalen Strukturwandel ausgesetzt, der sich rasend beschleunigt. Mit dem Trainingszentrum 4.0 wollen wir die digitale Generation dort abholen wo sie sich befindet, und hoffen, die jungen Leute haben auch Spaß daran.“

Azubis gesucht

Der Fachkräftemangel mache sich bei den Unternehmen im Kreis zunehmend bemerkbar. Deshalb setzt Präwema auf fundierte Ausbildung. In den modernen Werkshallen auf dem Hessenring können junge Männer und Frauen Metall- und Elektroberufe lernen sowie Verpackungsmechaniker oder Maschinen- und Anlagenführer. Und nun auch Robotik und Automation. „Die schulischen Voraussetzungen für die Berufe müssen natürlich vorhanden sein“, sagt Michael Stey. „Doch können Schüler mit einer guten mittleren Reife oder auch sehr gute Hauptschüler die Ausbildung schaffen, es zählt immer die persönliche Motivation.“ Präwema-Geschäftsführer Jörg Schieke fügt hinzu: Wer seine Ausbildung mit einem Meistertitel abschließe, habe einen Abschluss wie ein Hochschulstudium in der Tasche.

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