Exklusive Künstlervereinigung stellt im Hochzeitshaus aus

Premiere für den Club Rouge

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Barbara Lieberknecht, Ulla Achterberg-Geissler, Andrea Müller-Nadjm, Hanne Liebeskind und Reinhard Schäfers sind Mitglieder im Club Rouge. Es fehlt Günther Köthke.

Eschwege. Im Wohnzimmer der Eschweger Kunstlehrerin Barbara Lieberknecht findet alle paar Wochen ein ziemlich exklusives Treffen statt: Dann empfängt sie zwischen Sofa, Tisch und Bücherregal die Mitglieder des Clubs Rouge.

Allesamt sind sie ambitionierte Künstler aus der Region, die im gegenseitigen Austausch für ihr eigenes Schaffen profitieren wollen. Bis tief in die Nacht hinein sitzen sie oft zusammen und geben sich ganz beseelt ihrer gemeinsamen Liebe zur Kunst hin: „Das Spannendste ist, dass wir zwar alle Künstler sind, aber ganz unterschiedlich arbeiten“, so Barbara Lieberknecht, die die besondere Vereinigung vor drei Jahren gemeinsam mit ihrer Kollegin Ulla Achterberg-Geissler aus Göttingen ins Leben gerufen hatte.

„Die Idee, Kunstschaffende in einer Art Zirkel zusammenzubringen, hatten wir schon länger“, erzählen sie, „aber wir mussten auf den richtigen Moment und die richtigen Leute warten.“ Beides war mit der Sommerakademie 2010 des Eschweger Kunstvereins gekommen.

„Wir alle hatten einen Eitempera-Kurs bei Jürgen Noltensmeier belegt und die Atmosphäre zwischen uns war von Anfang an sehr aufgeschlossen und anregend“, erinnert sich Barbara Lieberknecht, „also habe ich zu mir nach Hause eingeladen und unser Club Rouge war geboren.“ Seinen klingenden Namen hat er allerdings nicht von der Lieblingsfarbe der Künstler, sondern von dem Rotwein, den sie während ihrer Begegnungen in Eschwege so gerne trinken. Neben dem Genuss gehe es ihnen bei ihren Treffen vor allem darum, künstlerisch voran zu kommen, sagt Malerin Hanne Liebeskind aus Eschwege. So sei es üblich, dass die Mitglieder ihre gerade neu entstehenden Werke vorstellen, um eine erste Kritik zu bekommen und dann gemeinsam mit den anderen darüber nachzudenken, wie die Arbeit fortgesetzt oder auch ganz neu begonnen werden könnte. Als Höhepunkt des gemeinsamen Schaffens stehe im Herbst auch eine gemeinsame Malwoche an.

„Die Anregungen, die wir hier erhalten, bringen uns weiter“, sagt etwa Künstler Reinhard Schäfers, der ebenfalls aus Eschwege kommt. Genau wie die anderen Mitglieder des Clubs schätzt er die fruchtreiche Fachsimpelei in geselliger und vor allem vertrauensvoller und wertschätzender Atmosphäre sehr. „Wir haben hier von abstrakt-mystischer Malerei über surrealistische Zeichnungen, Holzschnitte und Acryl-Reliefs bis hin zu Linol-Drucken ganz viel dabei“, meint er „wir alle sind auch unterschiedliche Persönlichkeiten und doch vereint in unserer Leidenschaft für Kunst, wir finden hier Freude und Erfüllung.“ Gerade in der Vielfalt der künstlerischen Ansätze liege Bereicherung und Motivation, pflichtet ihm auch Andrea Müller-Nadjm aus Nentershausen bei. „Kunst ist für uns ein Teil der Identität und gehört untrennbar zu unserem Leben“, erklärt sie. Alle Mitglieder setzten neben der gemeinsamen Leidenschaft auf Weiterentwicklung und Qualität.

Um dies zu untermauern, haben die Mitglieder des Clubs Rouge sich nun auch dazu entschlossen, ihre Werke zum ersten Mal in einer gemeinsamen Ausstellung der Öffentlichkeit zu präsentieren: Unter dem Titel „Da (s) sind wir“ wollen die Künstler ihre Arbeiten im Eschweger Hochzeitshaus zeigen. Die Vorbereitungen für die Vernissage am kommenden Donnerstag, 11. April, um 19 Uhr sind bereits in vollem Gange. Auch wenn sich die Künstler dann zum ersten Mal nicht exklusiv im Wohnzimmer von Barbara Lieberknecht treffen, werde neben spannenden Kunstwerken auch für ausreichend Rotwein gesorgt sein.

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