Bis zu 35 Prozent Förderung -  Hilfe bei alten Häusern

Sanierung alter Häuser Förderung 
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Auch Abriss kann gefördert werden: Wer das Pech hat, ein Gebäude zu besitzen (oder zu erben), das nicht saniert werden kann, kann für die Beseitigung Hilfe von der Dorferneuerung erhalten. Das gilt auch für Kommunen: Witze nhausen etwa könnte diese Schrottimmobilie in Werleshausen übernehmen und günstig abbrechen lassen. Stefan Forbert

Bis zu 35 Prozent öffentlicher Förderung können Privatleute erhalten, wenn sie ein altes Haus sanieren. Voraussetzung ist, dass die Immobilie in einem Fördergebiet liegt.  

Werra-Meißner –Wenn eine Stadt oder Gemeinde am Dorfentwicklungsprogramm des Landes Hessen teilnimmt, können auch Privatleute Fördermittel erhalten und sich 35 Prozent ihrer Baukosten erstatten lassen. Aktuell sind das im Werra-Meißner-Kreis Eschwege, Meinhard, Witzenhausen, Sontra und Meißner.

Die Fördersummen

Damit überhaupt Fördermittel fließen, müssen Privatleute mindestens 10 000 Euro (ohne Mehrwertsteuer) in ihr Haus oder Grundstück im Dorfkern investieren. Dann können sie 35 Prozent der Kosten erstattet bekommen.

Für ein Gebäude kann maximal ein Zuschuss von 45 000 Euro gewährt werden, erklärt Elvira Valtink vom Werra-Meißner-Kreis. Um diese Summe zu erhalten müssten Bauherren rund 130 000 Euro investieren. Eigentümer von Kulturdenkmälern werden mit bis zu 60 000 Euro gefördert (Investition: 170 000 Euro). Wer Nebengebäude in bis zu drei Mietwohnungen umbaut, kann bis zu 100 000 Euro Zuschüsse erhalten (Investition: 285 000 Euro). Auch Kommunen können das Programm für ihre Gebäude nutzen. Da betrage die Förderquote sogar 75 Prozent, so Valtink.

Das Verfahren - so funktioniert es. 

Beratung:Bevor man einen Antrag stellt, muss man sich bei Uschi Bankert vom Büro „Architektur und Städtebau“ (Kassel) beraten lassen. Bankert ist von der Stadt Witzenhausen beauftragt worden, für die Bauherren entstehen keine Kosten. Kontakt: Tel. 0561/76 63 94 22. Auch Christel Wiegel vom Witzenhäuser Bauamt beantwortet Fragen zum Thema: Tel. 05542/50 86 01, E-Mail: Christel.Wiegel@witzenhausen.de Antrag stellen: Über den Förderantrag entscheidet der Werra-Meißner-Kreis, Ansprechpartner ist Johannes Wagner vom Fachdienst Regional- und Dorfentwicklung (Kontakt: Tel. 0 56 51/30 25 64 05) Zwischen April und Dezember hat der Fachdienst ein Budget für die Dorfentwicklung, ist es ausgeschöpft, können weitere Gelder bei der WI-Bank beantragt werden. Eine Prüfung dauere zwei bis drei Wochen, sagt Valtink. Anträge können bis 31. Dezember gestellt werden. Nach der Genehmigung Aufträge vergeben: Erst wenn die Genehmigung vorliegt, darf der Bauherr Material kaufen oder Aufträge an Firmen vergeben, warnt Valtink. Zudem muss der Bauherr das Geld auslegen und die Rechnungen vorlegen, bevor er die Summe erstattet bekommt.

Die Einschränkungen

Gefördert werden nur Gebäude und Grundstücke in den Fördergebieten – das sind meist die Dorfkerne. „Neubaugebiete sind außen vor“, sagt Valtink. Schließlich solle das Programm für die Erhaltung des Dorfcharakters sorgen. Deshalb gilt die Förderung auch nur für Gebäude, die vor 1950 gebaut wurden.

Hintergrund - Dorfentwicklung

Mit dem Eintritt ins Dorfentwicklungsprogramm des Landes Hessen 2014 hat Witzenhausen auch das sogenannte Integrierte Kommunale Entwicklungskonzept (IKEK) erarbeitet. Es bündelt vor allem öffentliche Projekte, die das Leben auf den Dörfern attraktiver machen soll. So sollen etwa die Dorfgemeinschaftshäuser barrierefrei werden, sagt Bauamtsleiter Bernd Westermann. Hinzu kommt, dass jeder Ort ein eigenes Stadtteilbudget von 12 000 Euro hat, mit dem kleinere Projekte finanziert werden können. „Das Stadtteilbudget war ein Novum im Dorfentwicklungsprogramm“, sagt Elvira Valtink. Die Möglichkeit sei extra für Witzenhausen eingeführt worden. Die Dörfer können ihr Stadtteilbudget aber auch für größere Projekte zur Verfügung stellen, deren Finanzierung über den städtischen Haushalt laufen muss. Bis 2023 können über das IKEK-Programm von den ursprünglich 1,2 Millionen noch 900 000 Euro ausgegeben werden, heißt es aus dem Bauamt. Neben dem barrierefreien Ausbau der DGHs in Albshausen, Blickershausen, Roßbach und Wendershausen steht beispielsweise die Gestaltung der Dorfplätze in Neuseesen, Ellingerode, Hubenrode und Werleshausen auf der Wunschliste. Ein IKEK-Projekt, das schon fertig ist, ist die Broschüre, die seit Juli 2017 alle Angebote und Informationen der Dorfgemeinschaftshäuser bündelt.

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