Prozess: Mann aus dem Werra-Meißner-Kreis knebelt Baby fast zu Tode

Ein Mann aus dem Kreis hat vor knapp zwei Jahren dem Baby seiner damaligen Freundin ein Stofftier derart fest in den Mund gestopft, dass es keine Luft mehr bekam.

Das sah der Eschweger Amtsgerichtsdirektor Dr. Alexander Wachter nach der Beweisaufnahme als erwiesen an und verurteilte den Mann wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen zu zweieinhalb Jahren Freiheitsstrafe.

„Das war nah am Tötungsdelikt. Es ist schon ein starkes Stück, einem zehn Monate alten, völlig wehrlosen Menschen so etwas anzutun“, sagte der Richter. Eine niedrige Strafe, die womöglich zur Bewährung ausgesetzt werden könnte, käme bei dem Gewicht dieser Tat nicht in Betracht. Gegen den Angeklagten sprach auch, dass er kein Geständnis ablegte.

Baby lief blau an

Denn der Beschuldigte, der damals in der Wohnung der Mutter des Babys lebte, will nach seiner Aussage das Kind in dessen Bett schon mit dem Stofftier im Mund vorgefunden haben. Es sei blau angelaufen gewesen, sodass er eine Herzdruckmassage und Beatmungsmaßnahmen eingeleitet habe. Der 25-Jährige gab weiterhin an, dass seine damalige Freundin im Wohnzimmer schlief, sodass diese nicht als Täterin in Betracht komme. Wie das Spielzeug in den Mund des Kindes gelangen konnte, vermochte der Angeklagte nicht zu erklären.

Ein medizinischer Sachverständiger erläuterte, dass sich das Baby das Stofftier keinesfalls selbst in den Mund gesteckt haben kann. Darauf deuten auch zwei Wunden am Gaumen und eine unter der Zunge hin, die durch Druck entstanden seien. Laut ihm war die Atmung des Kindes unverhältnismäßig lang unterbrochen, weil das Stofftier so weit im Rachen steckte, dass auch die Luftzufuhr durch die Nase gestoppt war.

Die Druckstellen erklärte der Angeklagte damit, dass er mit seinen Fingern gefühlt habe, ob noch etwas im Rachen stecke. Dagegen sprach nach Angaben des Gerichts, dass sich am Stofftier Blut von den Wunden befand.

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