Lager in früherer Kaserne

Prozess vor dem Amtsgericht in Eschwege: Werkzeug-Diebstahl in Serie

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Hier befand sich das Lager für das Diebesgut: Im Keller eines der Gebäude auf dem Gelände der ehemaligen Blücher-Kaserne in Hessisch Lichtenau lagerten die Angeklagten die Werkzeuge.  

Eschwege – Zwei Moldawier sollen zwischen Juni und August 2018 in zehn Fällen Werkzeuge wie Stemmhammer gestohlen haben. Sechsmal brachen sie laut Staatsanwaltschaft dazu in Gebäude ein.

Anschließend wurde das Diebesgut verkauft. So heißt es in der Anklageschrift. Es könnte aber auch sein, dass die beiden die Waren nur angekauft haben, um sie weiter zu verkaufen. Daher stehen die 56 und 33 Jahre alten Männer seit gestern vor dem Amtsgericht Eschwege.

Vorgeworfen werden den Moldawiern, die seit mehr als einem halben Jahr in Untersuchungshaft sind, also entweder mehrfacher gewerbsmäßiger Einbruchdiebstahl oder eben Hehlerei. Im Sommer sollen der 56- und der 33-Jährige in Hessisch Lichtenau, Spangenberg, Cornberg, Melsungen, Witzenhausen und Wabern die Taten begangen haben. Als Lager für Verdichtungsstampfer, Schweißgeräte, Winkelschweißer, Motorsägen, Akku-Schrauber, Bohr- und Stemmhammer, Hochdruckreiniger, Motorsense, Abbruchhammer, Stromgenerator und weitere Werkzeuge diente ein Kellerraum in der ehemaligen Blücher-Kaserne Hessisch Lichtenau, wo die Angeklagten als Mieter gelebt haben.

Die beiden Männer verweigerten gestern vorerst die Aussagen. Als Zeuge gab der Hausverwalter der Ex-Kaserne, die mittlerweile in Teilen einer Firma gehört, zu Protokoll, wie er seinerzeit auf das Diebesgut aufmerksam wurde. In einem Kellerraum habe verdächtig viel Werkzeug gestanden – und die Gegenstände wechselten immer mal wieder. Weil ihm das verdächtig vorkam, stellte der Mann eine Wildkamera auf. Dann sei ihm klar geworden, was vor sich gehe und er habe die Polizei alarmiert.

Das bestätigte ein sodann vernommener Ermittler, der beschrieb, dass die Werkzeuge in dem Kellerabteil zehn damals noch ungeklärten Einbruchsdiebstählen zugeordnet werden konnten. „Das ist aber wohl nur die Spitze des Eisbergs. Angesichts von Handyfotos gehen wir davon aus, dass die zwei schon seit Längerem solche Taten begangen haben“, erzählte der Polizist. Aufgeklärt werden konnten aber eben nur die besagten zehn Taten.

Laut Amtsgerichtsdirektor Dr. Alexander Wachter sei der gesamte Schaden schwer zu beziffern, weil man den Wert von gebrauchtem Werkzeug nicht konkret benennen könne. In den Akten würde aber die Summe von 20.000 Euro kursieren.

Der Prozess wird am Freitag, 22. März, 9 Uhr, mit weiteren Zeugenvernehmungen fortgesetzt. Danach soll dann auch das Urteil fallen.

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