Prozessauftakt: 33-Jähriger würgte Arzt fast zu Tode

Werra-Meißner. Weil er versucht haben soll, einen beim Klinikum Werra-Meißner angestellten Psychiater umzubringen, muss sich seit Mittwoch ein 33-jähriger Mann aus Hessisch Lichtenau vor der 6. Strafkammer des Landgerichts Kassel verantworten. Ihm wird zudem gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Ein Urteil wird erst am dritten Verhandlungstag Anfang Juni erwartet.

Da der Mann zum Tatzeitpunkt unter einer bipolaren Störung gelitten haben und damit schuldunfähig gewesen ist, spricht die Staatsanwaltschaft vom „töten, ohne Mörder zu sein“. Sie wirft dem Mann in dem Sicherungsverfahren (siehe Hintergrund) vor, Anfang Juni in der psychiatrischen Klinik in Eschwege, in der er zwangseingewiesen worden war, eine Krankenschwester und den diensthabenden Arzt völlig unerwartet angegriffen zu haben.

Während die heute 50-jährige Krankenschwester dadurch Prellungen im Rippenbereich davongetragen hat, befand sich der heute 58-jährige Arzt laut der Antragsschrift in „akuter Lebensgefahr“: Dessen Kopf soll der 33-jährige Beschuldigte mehrmals massiv auf den Boden gestoßen, ihn mehrfach mit der Faust ins Gesicht geschlagen und ihn so gewürgt haben, dass der Psychiater blau anlief.

Für den Beschuldigten, der seit dem Vorfall in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Haina untergebracht ist, ist das, was geschehen ist, „schrecklich“. Dennoch sei er unschuldig, weil sein seelischer Zustand zum Zeitpunkt der ihm vorgeworfenen Tat desolat gewesen sei. „Ich habe ein Weinen und Schluchzen in einem der Räume gehört und wollte dem nachgehen“, erinnert er sich detailliert an das damalige Geschehen. „Als ich dann den Arzt aus einem Patientenzimmer hab kommen sehen, erlitt ich eine Panikattacke.“ Daraufhin eskalierte das Vorgehen, in dessen Verlauf er den Psychiater tatsächlich gewürgt habe. 

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