Landgericht

Prozessauftakt: Drogensüchtiger soll Frau über Wochen gequält haben

Werra-Meißner. In einer quälenden, mehrstündigen Befragung hat eine 27-jährige Frau aus dem Altkreis Witzenhausen gestern vor dem Kasseler Landgericht ihren wochenlangen Leidensweg geschildert, dem sie durch den Vater ihres ungeborenen Kindes ausgesetzt worden sei.

Der 34-jährige Ex-Partner der jungen Frau muss sich seit gestern vor der 11. Strafkammer wegen des Verdachts auf Körperverletzung, schwere räuberische Erpressung, Beleidigung und Bedrohung verantworten.

Die Zeugin berichtete, wie sie Anfang vergangenen Jahres als studentische Hilfskraft in einer Drogeneinrichtung in Südhessen gearbeitet hatte und dort den drogenabhängigen Angeklagten kennenlernte, mit dem sich nach ihrem Ausscheiden aus der Einrichtung später eine Liebensbeziehung entwickelte. Der in Northeim geborene Mann lebte zuletzt in Wiesbaden und sitzt seit Februar in der JVA Fulda in Untersuchungshaft.

Zum Verhandlungsauftakt verweigerte der mittelgroße, austrainiert und kräftig wirkende Mann jede Aussage zu den von Staatsanwältin Mareen Fischer erhobenen Vorwürfen.

Danach hat er die Frau von Mitte November 2016 bis Anfang Januar diesen Jahres mehrfach geschlagen, getreten, gewürgt und ihr einmal blutende Bisswunden an Nase, Hals und Ohren zugefügt. Außerdem erpresste er laut Anklage mehrfach Geld von der Frau, mit dem er in Frankfurt und Kassel Drogen kaufte.

Gestern trat der Angeklagte sprachgewandt und extrem selbstbewusst auf. Er rüffelte den Anwalt der Nebenklage, fiel dem Richter ins Wort und formulierte selbst einen Befangenheitsantrag gegen Richter Gert Rinninsland.

Darüber will der Richter beim nächsten Termin am Freitag entscheiden. Während der Aussage der Frau musste der Angeklagte den Saal verlassen.

ZUM TAGE, SEITE 2

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare