„Murmeltor“ entscheidet

Radball-Deutschlandpokal in Albungen: Deutsche Meister aus Eberstadt belegen Platz 1

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Deutschland-Pokal der Radballer in Albungen

Albungen. Die einen, die Mannschaften aus Obernfeld, hatten bei 70 Kilometer Anreise ein „Heimspiel“, die anderen, der RV Ailingen, war über 500 Kilometer vom Bodensee an die Werra gekommen: Der Deutschlandpokal 2015 im Radball forderte von den Akteuren nicht nur Stehvermögen auf dem Zweirad, sondern auch auf den Autobahnen.

Denn neben dem Zweitligisten aus Ailingen, der letztlich ohne Punktgewinn die Heimreise antreten musste, waren mit Gärtringen und Waldrems zwei Teams aus dem Umfeld von Stuttgart und Stein bei Nürnberg, die über 300 Kilometer zu bewältigen hatten, während Iserlohn und Eberstadt bei 220 Kilometer liegen. Nach spannenden, teilweise hektischen, aber auch hochklassigen Spielen standen am Ende die Südhessen vom SV Darmstadt-Eberstadt als glückliche, aber verdiente Sieger fest. In einem von Taktik und Technik geprägten „Endspiel“ setzten sich Jens Krichbaum und Roman Müller mit 2:1 gegen André und Manuel Kopp vom RVS Obernfeld I durch. „Wir kennen uns aus vielen Spielen, weiß jeder, was der andere tut, so dass letztlich Nuancen über Sieg und Niederlage entscheiden“, analysierte Christian Heß, Weltmeister 2006 und 2007 und Trainer des amtierenden Deutschen Meisters, das Finale.

Einmal mehr niedergeschlagen war Manuel Kopp, WR-Sportchef und Neu-Eschweger: „Wenn du zum dritten Mal hintereinander als Zweiter die Halle verlässt, dann musst du einfach enttäuscht sein. Unsere Niederlage war unglücklich und vermeidbar“, blickte er zurück auf jenes „Murmeltor“, als der Ball Cousin André durch die fangbereiten Hände glitt und zwei hochkarätige Chancen, die ausgelassen wurden. Denn in der Vorrunde deutete alles auf einen Erfolg von Manuel und André Kopp hin. Dennoch hatten die Obernfelder auch etwas zu feiern. Mit Julian und Raphael Kopp belegte ein Team Rang drei und sicherte sich erste Qualifikationspunkte für die Weltmeisterschaft in Malaysia, womit im Vorfeld keiner gerechnet hatte.

Mit knapp 1000 Einwohnern zwischen Göttingen und Gieboldehausen, im Untereichsfeld gelegen, hat sich Obernfeld dank einer engagierten Vorstandsschaft zu einer Radball-Hochburg gemausert und ist als einziger Verein in Deutschland mit zwei Mannschaften in der 1. Bundesliga vertreten. „Wir haben heute spannende und faire Spiele auf hohem Niveau gesehen“, bilanzierte Dr. Patrick Meier (Würzburg), Staffelleiter der 1. Bundesliga, das Geschehen in Albungen. Bürgermeister Alexander Heppe zog den Hut vor dem RVE und sprach den Dank der Stadt aus: „Wir sind stolz, euch in unseren Mauern zu haben.“ Weltklasse auf zwei Rädern demonstrierte die Deutsche Meisterin im Kunstradfahren, Hanna Auth, vom RV Weiterode. Ihre mit Höchstschwierigkeiten gespickte Kür war teilweise atemberaubend.

 Von Dieter Möller

Deutschlandpokal der Radballer in Albungen

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