Eines der letzten Abenteuer mitten in der Zivilisation

Radclub Wehretal begeht Jubiläumsjahr mit sechstägiger Tour über Alpen

Drei Mountainbiker  queren einen steinigen Gebirgsbach.
+
Die Sportler des Radclubs Wehretal bei ihrer Jubiläums-Alpenüberquerung.

In ihrem Jubiläumsjahr haben sich die Sportler des Radclubs Wehretal zu einer sechstägigen Alpenüberquerung aufgemacht.

Wehretal – Was 1990 mit einer Tour auf dem Rennsteig begann, führte die Sportler des Radclubs Wehretal (RCW) neben den klassischen Alpenpässen auch schon durch Slowenien und die Pyrenäen. Im Jubiläumsjahr stand nun wieder eine Tour mit dem Mountainbike an und in Erinnerung an die erste Alpenüberquerung wurde wieder eine solche Strecke gefahren – dieses Mal innerhalb von sechs Tagen von Mayrhofen im Zillertal bis nach Bassano del Grappa in Venezien. Laut der Sportler bestätigte die Tour die Aussage von Bike-Magazin-Herausgeber Ulrich Stanciu: „Die Alpenüberquerung mit dem Mountainbike gehört zu den stärksten Eindrücken in deinem Leben, ist eines der letzten Abenteuer inmitten der Zivilisation.“

Neun Sportler brachen mit ihren Begleitern Bernd Brand und Uwe Friedrich Anfang September zum Abenteuer auf. Die erste Etappe führte über das Pfitscherjoch. Eine schwere Auffahrt, da der eigentlich über weite Abschnitte gut fahrbare Weg durch heftige Regenfälle völlig aufgeweicht war. Nach 1700 Höhenmetern Aufstieg am Stück waren die RCW-Sportler froh, ihr Ziel erreicht zu haben. Nieselregel begleitete die Sportler am nächsten Morgen bis nach Sterzing. In Albeins wartete nach 50 Kilometern ein echter Brocken: Durch das Tal des Aferer Bachs ging es zum Würzjoch. Eine Strecke, die auf 14 Kilometer rund 1400 Höhenmeter ansteigt. Auf der Würzjochstraße ging es zum Passübergang in das Val Badia. Zügig wurde am dritten Tag das Val Badia durchquert, um über St. Vigil das Berggasthaus Pederü zu erreichen.

Dort erwartete die Sportler ein beeindruckender Blick auf die Auffahrt zur Fanesalm. Die Hochfläche ist auf über 2000 Metern gelegen und bildet einen Kessel, der von Almwiesen, Kalkfelsen und Bächen geprägt wird. Hinter dem Limojoch (2172 Meter) versperrten Murenabgänge den Weg. Mit kurzen Schiebepassagen wurde die markante Abbruchkante ins Val Badia, der Col de Locia, erreicht. Zügig ging es von Armentarola auf die Straße zum Passo Valparola. Nach 500 Höhenmetern stand nur noch die zehn Kilometer lange Abfahrt auf der Falzarego-Passstraße im Tagessoll.

Nach der vierten Etappe über den Passo di Valles bis nach San Martino di Castrozza stand am fünften Tag der Passo Brocon im Tourbuch bis hin zum gewaltigen Gebirgsstock des Monte Grappa. Das Finale brach an Tag sechs an: die Fahrt über den Berg. Hinauf ging es zum Monument für die Opfer des 1. Weltkrieges – 1600 Höhenmeter. Ein acht Kilometer langer Abschnitt mit Passagen, deren Steigung bei 20 Prozent lag, kostete die letzten Körner. Sichtlich froh, dass das Ziel Bassano del Grappa zu Füßen lag und es nur noch bergab gehen sollte, um die Alpenüberquerung zu beenden, genossen die RCW-Sportler den strahlenden Sonnenschein auf dem Gipfel.  red/mmo

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare