Landrat Stefan Reuß: „Thema ist Aufgabe des Staatsschutzes“

Rechte machen im Kreis gegen Asylanten mobil

Eschwege. Die rechte Partei „Der dritte Weg“ hetzt gegen Asylanten und Politiker im Werra-Meißner-Kreis. Auf Flugblättern verbreitet die Gruppierung, die sich selbst als nationalrevolutionär bezeichnet, ihre Propaganda. Fotos der Verteilaktionen verbreitet „Der dritte Weg“ auf seiner Internetseite.

Zu sehen sind darauf unter anderem Flugblätter, die im Briefkasten eines Kreisgebäudes stecken. Die Authentizität der Bilder lässt sich nicht bestätigen.

Zweimal, Mitte Juli und Ende Oktober, hat die Gruppe entsprechende Pamphlete im Internet veröffentlicht. Darin heißt es: „Die Überschwemmung Eschweges mit artfremden Asylanten (...) ging etappenweise in stetig ansteigenden Wellen vor sich, vermutlich deshalb, um die im Werra-Meißner-Kreis lebenden Bürger an den Anblick (...) zu gewöhnen und so allmählich an das neue, nun entfremdete Stadtbild heranzuführen.“ An anderer Stelle werden nicht namentlich genannte Politiker der Kreisstadt als volksfeindlich bezeichnet, weil sie die zunehmende Zahl der Asylanten verleugnen würden.

Lesen Sie dazu einen Kommentar von Lasse Deppe

Landrat Stefan Reuß ist die Problematik bekannt, will sich aber aus ermittlungstaktischen Gründen nicht weiter äußern. „Solche Themen sind Aufgabe des Staatsschutzes und an den haben wir die Problematik weitergegeben“, sagt er. Im Kreistag seien alle Anwesenden angewiesen worden, sensibel mit dem Thema Asyl umzugehen. „Wir wollen gemeinsam gegen rechtsextremes Gedankengut einstehen“, so Reuß.

Entlang der Eschweger Bahnhofstraße kleben an Laternen und Straßenschildern Aufkleber von „Der dritte Weg“, inzwischen weitestgehend überklebt mit Parolen antifaschistischer Aktivisten. Der Polizei in Eschwege liegt ein Flugblatt vor, das in einem Gebäude der Kreisverwaltung eingegangen ist. Laut Polizeisprecher Jörg Künstler sind die Inhalte aber nicht strafbar.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion