Ernte-Sorgen wegen Trockenheit: Regen kommt für den Raps zu spät

Werra-Meißner. In diesem Jahr meint es das Wetter mit den Landwirten im Werra-Meißner-Kreis bislang überhaupt nicht gut. Nachtfröste Ende April und viel zu wenig Niederschlag seit dem Winter lassen sie bei manchen Früchten um die Ernte bangen. Zum Teil ist es auch schon zu spät.

Beim Obst- und Gemüseanbau spricht Uwe Roth, der Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes, bereits von einer Katastrophe. Bei den Erdbeeren seien sogar die Blütenansätze abgefroren, nennt er als Beispiel für die Folgen der vielen aufeinander folgenden Frostnächte bis zum vergangenen Wochenende.

Und der wenige Niederschlag sei bis zu dem Zeitpunkt auch kaum messbar gewesen. Nur Pflanzen mit tiefer gehenden Wurzeln kämen noch an Wasser in der Tiefe, das auch stets weniger werde. Dazu gehören die schon länger auf den Feldern stehenden Winterweizen und Wintergerste. Doch auch ihnen fehle es an Nährstoffen, so Roth.

Mangel an Feuchtigkeit gepaart mit Kälte verhindert nämlich, dass die Nährstoffe im Boden gelöst werden. Zudem fliegen die Honigbienen bei den Temperaturen nicht, weshalb es nicht zur Bestäubung der Blüten kommt. „Damit ist das Ökosystem Natur seit einem Monat zum Erliegen gekommen“, bilanziert Roth. Darunter leidet alles vom Hafer über Sommergerste und Sommerweizen bis zu Kartoffel und Zuckerrübe.

Die jüngste Wetteränderung wird von den Landwirten gesehen. „Jeder Regen ist willkommen“, sagt der Verbands-Geschäftsführer Roth. Von Euphorie kann aber keine Rede sein. 15 Liter pro Quadratmeter seien insgesamt vorhergesagt, 30 müssten es aber sein, um Positives zu bewirken.

Für den Frühblüher Raps ist es schon zu spät. Die Ölpflanze steht jetzt ohne Blätter in ihrer gelben Blüte. „Das verspricht gar keinen Ertrag zu geben“, sagt der Experte. Denn ohne Blattwerk können auch nicht die Nährstoffe aus dem Sonnenlicht gewonnen werden. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare