Auch im Werra-Meißner-Kreis wurden Fertiggerichte mit Pferdefleisch entsorgt

Regionale Produkte sind sicher

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Als Rind verkauft: Pferdefleisch wurde als teureres Rindfleisch verkauft und landete in einigen Fertigprodukten auch im Kühlregal von Supermärkten im Werra-Meißner-Kreis.

Eschwege. Falsch deklarierte mit Pferdefleisch versetzte Fertigprodukte, die in den letzten Tagen beim Verbraucher zu Sorgenfalten geführt haben, wurden auch bei den großen Lebensmittelketten im Werra-Meißner-Kreis aus den Verkaufsregalen genommen.

Die damit verbundenen Rückrufaktionen sind nach Ermittlungen der Lebensmittelkontrolleure des Fachdienstes Lebensmittelüberwachung des Werra-Meißner-Kreiese durchweg zügig und ohne größere Probleme umgesetzt worden. Bei den beanstandeten Lebensmitteln handelt es sich ausschließlich um Fleischprodukte, die nicht im Werra-Meißner-Kreis hergestellt wurden, denn Lebensmittelbetriebe, die im großen Umfang industriell Lebensmittel herstellen, gibt es in unserem Landkreis nicht. „Auch Pferdeschlachtungen wurden bei uns in den letzten Jahren nur vereinzelt durchgeführt“, sagt der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Rainer Wallmann. Er ist unter anderem in seinem Dezernat auch für den Fachdienst Lebensmittelüberwachung zuständig.

Die Vermutung, dass Pferdefleisch auch im Werra-Meißner-Kreis in Lebensmitteln verarbeitet und nicht ausreichend gekennzeichnet wurde, ist folglich sehr unwahrscheinlich, zumal fast ausschließlich in kleineren handwerklichen Metzgereibetrieben produziert wird. Für diese Betriebe machten die aufgedeckten skandalösen Verfahrensweisen aus wirtschaftlichen und technologischen Gründen wenig Sinn. Der Produktionsschwerpunkt liege im Werra-Meißner-Kreis vornehmlich bei Rohwurst- und Kochwurstprodukten, die in unserer Region einem hohen Qualitätsanspruch gerecht und regelmäßig Qualitäts- und Sicherheitskontrollen unterzogen würden.

„Gerade diese Regionalität gewährleistet dem Verbraucher eine hohe Sicherheit beim Kauf von Fleisch und Fleischprodukten“, sagt Kreissprecher Jörg Klinge. Der entscheidende Faktor sei letztendlich das Kaufverhalten der Verbraucher, die allerdings häufig dazu neigen, beim Essen zu sparen und dementsprechend günstige Fertigprodukte zu kaufen.

Die regionalen Metzger hingegen wüssten in der Regel, aus welchen landwirtschaftlichen Betrieben die Schlachttiere stammen, deren Fleisch sie verarbeiten und verkaufen. Der bei den handwerklichen Betrieben übliche Verkauf über die Ladentheke bietet dem Verbraucher ausreichend Möglichkeiten, im Zweifelsfall nachzuhaken und sich so genaue Informationen über Herkunft und Zutaten zu verschaffen. (WR)

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