Kitas, Schulen, Krankenhäuser

Das Essen in Nordhessens Kantinen soll regionaler werden

Das Essen in Nordhessens Kantinen soll regionaler werden. Eine Initiative dazu hat der Verein Region Kassel-Land angestoßen. Hierfür sollen möglichst viele Landwirte mitmachen.

Gurken und Tomaten von heimischen Böden statt aus dem Hunderte Kilometer entfernten Spanien. Die Bauern sollen in eine genossenschaftlich betriebene Erzeugergemeinschaft eingebunden werden.

Die Idee: Die Bauern liefern ihre Produkte an ein Verteilerzentrum, ein sogenantes Food Hub. Von dort sollen Kantinen an Kitas, Schulen, Verwaltungen und öffentlichen Einrichtungen mit regional erzeugten Lebensmitteln versorgt werden.

Sebastian KretschmerProjektkoordinator

Projektkoordinator Sebastian Kretschmer spricht derzeit mit Stadt und Kreis Kassel sowie den Kreisen Werra-Meißner, Schwalm-Eder, Waldeck-Frankenberg und Hersfeld-Rotenburg. Weitere wichtige Partner sind die Bauernverbände und Ökolandbau-Modellregionen.

Zum Teil liegen dem Verein bereits Absichtserklärungen vor, sich finanziell in das Pilotprojekt einbringen zu wollen. Im März 2020 soll eine EU-Förderung beantragt werden. Für deren Erfolg sei ein Schulterschluss aller nordhessischen Gebietskörperschaften erforderlich.

In einem ersten Schritt gehe es darum, ein Verpflegungskonzept für öffentliche Kantinen in Nordhessen zu erstellen, sagt Sebastian Kretschmer. Der Wertschöpfungsstandard müsse erhöht werden und die Beschaffung von Lebensmitteln deutlich nachhaltiger erfolgen. Das Angebot in den Kantinen müsse so gut werden, dass zunächst die Akzeptanz und dann auch die Nachfrage bei den Konsumenten steigen. „Das dürfte zwei bis drei Jahre dauern“, sagt der 45-Jährige, der gern die Grimmheimat Nordhessen mit ins Boot holen, mit ihr ein Qualitätssiegel, ähnlich dem Michelin-Stern, entwickeln und so auch für Transparenz sorgen möchte.

Wenn die Nachfrage wächst, könnten sich auch Restaurants an der regionalen Wertschöpfungskette beteiligen. Je mehr Betriebe sich bereiterklärten, auf regionale Lebensmittel umzusteigen, umso so sicherer werde der Absatzmarkt für die Landwirte. " SEITE 3

Rubriklistenbild: © Franziska Kraufmann/dpa

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