Landwirtschaftliche Maschinen

Nachwuchs im Mai: Auf Rehkitze wartet der Tod

Ein Reh bekommt im Mai seinen Nachwuchs: Auf das Rehkitz wartet oft der Tod
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Ein Reh bekommt im Mai seinen Nachwuchs: Auf das Rehkitz wartet oft der Tod

Wenn im Mai der Nachwuchs der Rehe zur Welt kommt, wartet auf den Wiesen häufig nur der Tod.

  • Im Mai bekommen Reh-Mütter ihren Nachwuchs
  • Auf das junge Rehkitz wartet häufig nur der Tod durch den Menschen
  • Landmaschinen töten unbewusst viele junge Rehe

Wenn im Mai die Felder, Wiesen und Wälder vor frischem Grün überzuquellen scheinen, kommt der Nachwuchs der Rehe zur Welt - auf den Wiesen wartet der Tod.

In den ruhigen Teilen der Feldgemarkungen ziehen die hochträchtigen Ricken (ein weibliches Reh) in die Wiesen, um dort ihre Rehkitze zu setzen.

Reh-Nachwuchs im Mai: Idealer Lebensraum 

Die Wiese ist der ideale Lebensraum für das neugeborene Reh. Im undurchdringlichen Dschungel der Grashalme sind sie, wenn sie von der Reh-Mutter abgelegt werden und sich in einem angeborenen Schutzreflex bei Annäherung einer Gefahr fest auf den Boden drücken für ihre natürlichen Feinde fast unauffindbar. Das gefleckte Fell und der kaum vorhandene Eigengeruch lassen das  Rehkitz fast perfekt mit ihrer Umgebung verschmelzen. 

Sollte sich dennoch einmal ein Fuchs dem Rehkitz nähern, so wird ihn die Reh-Mutter wütend vertreiben, indem sie ihm mit ihren Vorderläufen eine schmerzhafte Tracht Prügel verpasst.

Reh-Nachwuchs im Mai: Tod durch Maschinen

All diese in einer fast 25 Millionen Jahre dauernden Entwicklungsgeschichte der Rehe entwickelten Schutzmechanismen sind jedoch wirkungslos gegenüber den heute durch die landwirtschaftlichen Maschinen entstehenden Gefahren. So fällt der erste Silageschnitt in manchen Jahren fast genau mit dem Geburtstermin der Rehkitze zusammen. 

Leistungsstarke Traktoren, oft mit mehreren Kreiselmähwerken bestückt, mähen in hoher Geschwindigkeit die großen Wiesenschläge in kürzester Zeit ab. Kein Rehkitz, kein Rebhuhn- oder Feldlerchengelege kann den Messern entgehen.

Reh-Nachwuchs im Mai: Kampf gegen den Tod 

Seit Jahrzehnten haben die Jäger dem Mäh-Tod des Reh-Nachwuchses den Kampf angesagt. Schon in den Wochen vor der Mahd beobachten sie die Ricken, um ihren bevorzugten Aufenthaltsort und damit den vermuteten Setzort herauszufinden. „Durch ein enges Verhältnis mit den Landwirten erfahren die Jäger rechtzeitig den Mähtermin“, so der Jäger, Dr. Jörg Brauneis.

Am Abend vor dem Mähen werden dann optische Scheuchen wie Ballons, Folien oder Säcke in der Wiese und am Rand aufgestellt, um die Reh-Mutter zu beunruhigen und zu veranlassen, schon gesetzte Rehkitze in der Sicherheit der Nacht aus der ungemütlich gewordenen Wiese herauszuführen und vor dem Tod zu bewahren.

Reh-Nachwuchs im Mai: Helfer retten Rehkitz häufig vor dem Tod

Unmittelbar vor dem Mähen wird dann die Wiese mit mehreren Helfern oft mit Unterstützung eines absolut gehorsamen Jagdhundes abgesucht. Wenn ein Rehkitz gefunden ist, kann es in seiner Schutzstarre leicht aufgenommen und aus der Wiese getragen werden. 

Dabei darf es nur sehr vorsichtig mit einem dicken Büschel Gras angefasst werden, um zu verhindern, dass der Geruch der Hände des Retters sich auf das Rehkitz überträgt. Sonst kann es sein, dass die Reh-Mutter ihren Nachwuchs verstößt. Nach dem Mähen werden die vor dem Tod Geretteten dann aus dem Sack befreit und in der nächsten sicheren Deckung abgelegt. red/salz

Rehe in der Region

Zwei Rehe sind offenbar bei Röddenau angefahren und getötet worden. Eine verstorbene Ricke war trächtig, das Kitz starb im Mutterleib.

Dem beherzten Zugreifen dreier Männer verdankt ein Rehbock sein Leben. Er hatte sich im Schwalm-Eder-Kreis mit seinem Gehörn in einem Weidezaun verfangen und drohte jämmerlich zu sterben.

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