Rekordregen flutet Keller im Werra-Meißner-Kreis

Hochwasser-Einsatz in Göttingen: Ein Wagen wurde aus der Leine geborgen. Wegen der starken Regenfälle waren auch Feuerwehren und THW aus dem Werra-Meißner-Kreis im Einsatz, zum Teil auch über die Landesgrenzen hinaus, zum Beispiel im thüringischen Arenshausen. Foto: Rampfel

Werra-Meißner. Innerhalb weniger Stunden ist im Landkreis mehr Regen gefallen, als in einem ganzen Monat. Die Feuerwehren und das THW waren pausenlos im Einsatz.

Der starke Regen am Sonntagabend hat in Teilen des Werra-Meißner-Kreises für Chaos gesorgt. Keller liefen voll Wasser, Straßen wurden geflutet. Kreisbrandinspektor Christian Sasse bestätigt 56 Einsätze. Bei Albungen wurden innerhalb von 24 Stunden knapp 150 Liter Wasser pro Quadratmeter gemessen. „Rekordverdächtig“, sagt Hobby-Meteorologe Torsten Rost.

Im gesamten August seien 60 bis 70 Liter pro Quadratmeter der Durchschnitt. Demnach fiel in der Zeit von Sonntagmorgen, 8 Uhr und Montagmorgen, 8 Uhr, deutlich mehr Regen als sonst im kompletten Monat. An der Wetterstation am Seniorenzentrum Eschwege maß Rost 84 Liter.

Allein 13-mal rückte die Feuerwehr in Witzenhausen aus, zwölfmal in Eschwege. In der Kirschenstadt mussten die Brandschützer gar ihre eigene Feuerwache leerpumpen, die Kleiderkammer im Keller des Gebäudes war vollgelaufen.

„Wir hatten aber Einsätze in fast allen Kommunen des Kreises“, sagt Sasse. In über 40 Fällen waren vollgelaufene Keller das Problem. Bereits am frühen Sonntagabend hatte der Sontraer Stadtbrandinspektor André Bernhardt mehrere überflutete Straßen im Stadtgebiet gemeldet, entlang der Autobahnbaustelle bei Waldkappel mussten Autofahrer durch große rote Pfützen fahren. Größere Schäden waren gestern noch nicht bekannt.

Grund für den starken Regen ist eine besondere Konstellation von Tiefdruckgebieten, die in einer Linie von der Ems bis zum Erzgebirge liegen und laut Rost, „geradezu ausgequetscht werden“. Noch bis morgen sei daher mit viel Regen zu rechnen, danach kommt wieder verstärkt die Sonne durch. Die Landwirte im Kreis freuen sich über den Regen. „Es war zu lange zu trocken“, sagt Kreisbauernverbandssprecherin Franziska Wollandt. Vor allem für den Futter- und den Maisanbau sei der Niederschlag ein Segen.

Hintergrund:

Die Regenmenge wird mit einem sogenannten Niederschlagsmesser ermittelt. Diese funktionieren mit einer Kippwaage, Dabei füllt sich ein Trichter mit Regenwasser, der sich bei einem bestimmten Füllgewicht entleert. Aus der Anzahl der Kippbewegungen kann die Niederschlagsmenge berechnet werden. Die Kippungen werden elektrisch erfasst.

Moderne Geräte verfügen zudem über eine Waage. Da ein Milliliter Wasser nahezu genau ein Gramm wiegt, kann daraus die Niederschlagsmenge ohne Rechnung direkt abgelesen werden. Der Vorteil dabei ist, dass auch Schnee und Hagel gemessen werden können, ohne zuvor geschmolzen werden zu müssen.

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