Renaissance der Funkamateure

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Erlebt in diesen Tagen eine Wiederaufwertung: der Amateurfunk. Der Wanfrieder Hartmut Vogt vom Ortsverband Eschwege des Deutschen Amateur Radio-Clubs erklärt seinen Enkelkindern Otto (links) und Ava Mikrofon und Morsetaste.

In Zeiten zunehmender sozialer Isolation wegen der Corona-Pandemie erlebt das Hobby der Funkamateure eine Renaissance. 

Werra-Meißner. Es ist eines der wenigen Hobbys, das in diesen Zeiten vor der immer stärker werdenden sozialen Isolierung weitgehend schützt: Amateurfunk. Klar, in Zeiten von Smartphones und der weltweiten Vernetzung durch das Internet scheint der Amateurfunk antiquiert. Die Kontaktaufnahme über Schallwellen habe aber eine andere Qualität und bekomme in Zeiten der Corona-Krise eine vollkommen neue Bedeutung, sagt Hartmut Vogt, Sprecher des Ortsverbands Eschwege des Deutschen Amateur-Radio-Clubs.

Amatuerfunk hat viele Facetten 

„Ob im Kurzwellenbereich, im UKW-UHF-Bereich oder über eigene Satelliten: Der Amateurfunk hat viele Facetten“, sagt Vogt. Weltweit ist es eine Millionenschar von Gleichgesinnten. Allein in Deutschland gibt es knapp 75 000 Funkamateure. Dabei hat der Amateurfunk einen großen Vorteil gegenüber den internetgestützten Kommunikationsmitteln: Er ist nicht von leitungsgestützten Verbindungen abhängig. Sie brauchen keinen Service-Provider. 

Kommunikation von zuhause aus

Funkamateure sind in der Lage, laufend Kommunikation von ihren Funkstationen zu Hause angehen zu können. Innerdeutsche, innereuropäische und weltweite Kontakte sind per Sprache analog und digital möglich. „Ein Stück längendefinierter Draht als Antenne, und schon geht es mit der eigenen Funkstation mittels Reflexionen an der Ionosphäre in Sprüngen rund um den Erdball“, sagt Vogt. Beginnend mit zweistelligen Eurobeträgen sind im Selbstbau schon erste Gehversuche möglich. „Wie in vielen Bereichen ist diese Skala nach oben geöffnet.“

Treffen auf Kurzwelle 

Funkamateure können hoch spezialisierte Individualisten der Technik sein oder auch nur einzeln oder in Gruppen rein privat oder einfach technisch kommunizieren. So treffen sich täglich allein in Deutschland unterschiedliche Gesprächsrunden auf Kurzwelle. Von Flensburg bis Garmisch, von Aachen bis Görlitz. Ob eine Nachteulenrunde, eine Wetterrunde, Runden von unterschiedlichen Berufsgruppen oder Ehemaligen der Marine, der Bundeswehr oder des Bundesgrenzschutzes mit Bezug zur Nachrichtentechnik oder auch eine christliche Gesprächsrunde: „Jeder hat seine Spielwiese – einzeln oder in Gruppen“, sagt Vogt.

Kein Hobby für isolierte Einzegänger

Amateurfunk sei kein Hobby für isolierte Einzelgänger, sagt Vogt. Wer Interesse an diesem Hobby hat, kann außerhalb von Corona-Zeiten die monatlichen Versammlungen in der Altstadtgaststätte „Zur Krone“ in Eschwege besuchen. Die Termine sind auf der Homepage des Eschweger Ortverbandes zu finden. ov-f28.de

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