Rentnerin organisiert nächste Woche in Eschwege Mahnwache gegen Altersarmut

Am Freitag kommender Woche organisiert die Rentnerin Christa Sperling in Eschwege eine Mahnwache gegen Altersarmut.  Von 16 bis 18 Uhr wird für bessere Bedingungen für Rentner demonstriert.

Christa Sperling ist selbst Rentnerin und bezieht nach eigenen Angaben eine „kleine Rente“. „Und es gibt Menschen, denen es schlechter geht als mir“, sagt Sperling. In Eschwege versammeln sich die Menschen an der Ecke Stad/Forstgasse.

Immer wieder fielen ihr Rentner auf, die sich durch Flaschensammeln ihre Rente aufbesserten – in Eschwege genauso wie in ihrem aktuellen Wohnort Ginsheim, sagt Sperling. Ginsheim möchte sie verlassen und alsbald zurück in die Region ziehen. „Wegen der besseren Luft“, verrät die gebürtige Eschwegerin, die sich oft bei ihrem Sohn in Weidenhausen aufhält. „Es ist traurig, dass es so weit gekommen ist, dass viele Ältere nach einem harten Arbeitsleben nicht von ihrer Rente leben können“, sagt Sperling und will aktiv werden.

Seit einigen Wochen ist sie Mitglied in der Facebook-Gruppe „Fridays gegen Altersarmut“. Deutschlandweit haben sich hier fast 280 000 Menschen organisiert. Überall im Land werden am 24. Januar Mahnwachen veranstaltet. Die Gruppe ist nicht unumstritten. Der Vorwurf: Die Kämpfer für eine bessere Altersversorgung werden von Rechtspopulisten instrumentalisiert. Die Gruppe hat mehrere Administratoren, einer davon ist ein gewisser Heinrich Madsen, der gleich dreifach aufgeführt ist: neben Heinrich als Heinz und Heinrich von Graf. Madsen zeigt sich auf einem Bild mit einem sogenannten Thor-Hammer um den Hals, einem mythologischen Symbol, das die extreme Rechte für sich entdeckt hat. Insgesamt sei auffällig, schreibt die Frankfurter Rundschau, dass sich insbesondere die AfD der „Fridays gegen Altersarmut“-Bewegung bediene. Eine Instrumentalisierung der Mahnwache in Eschwege weist die Organisatorin weit von sich. „Wir wollen uns in keine Ecke drängen lassen. Wir sind weder rechts noch links, sondern um die Sache bemüht“, sagt Christa Sperling und betont ihre Parteiunabhängigkeit. „Wir machen keine Demonstration und auch keine Kundgebung“, erklärt sie. Es gibt also keine Megafone, die zum Einsatz kommen. Stattdessen soll mit einer stillen Mahnwache auf das Thema Altersarmut aufmerksam gemacht werden.

Flugblätter werden dennoch verteilt. Darin wird sie fordern, dass eine Doppelbesteuerung der Renten zukünftig untersagt werden soll. Sie selbst war von dem Phänomen betroffen. „Ich möchte, dass wir Rentner und vor allem die zukünftigen Generationen menschenwürdig von ihrer Rente leben können.“

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