Zwölfmal unter der Werra durch: Eschweger Fraktionen lehnen Südlink ab

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Raumwiderstände: Zwölfmal muss die Werra (hier bei Albungen) unterquert werden, wenn die Vorzugstrasse umgesetzt wird. 

Eschwege - Die Eschweger Stadtverordnetenversammlung will während ihrer Sitzung am Donnerstag eine Resolution gegen die Südlink-Trasse durch den Werra-Meißner-Kreis verabschieden.

Eschwege – Die Eckpunkte der Resolution stehen, jetzt verständigen sich die Fraktionen über die Formulierung der Argumente und die Begründung. Adressaten: Bundesregierung, Landesregierung, heimische Abgeordnete, der Landrat.

Am Donnerstagabend machten Sprecher aller Fraktionen während einer Sitzung des Haupt- und Kulturausschusses deutlich, dass die Stromtrasse grundsätzlich für überflüssig gehalten und eine Linienführung über Eschweger Gebiet nicht akzeptiert wird.

Die Gründe:

Veränderte Grundlage

Nach Ansicht der Ausschussmitglieder haben sich die Voraussetzungen für Südlink geändert. Die Sinnhaftigkeit des Transportes der offshore erzeugten Energie nach Süddeutschland fehle. Andreas Hölzel (FWG) sagt, dass die Energie spätestens in Südniedersachsen aufgebraucht sei, wenn die nördlichen Regionen damit versorgt würden. Alexander Feiertag (SPD) sieht mit dem beschlossenen Braunkohleausstieg grundsätzlich veränderte Vorzeichen. Nach dem Abschalten der Braunkohlekraftwerke fehle Energie in Nordrhein-Westfalen.

Raumwiderstände

Die Linienführung durch den Werra-Meißner-Kreis sei angesichts der schwierigen topografischen Voraussetzungen falsch gewählt. 262 Raumwiderstände seien festgestellt worden. Allein zwölfmal müsse die Werra unterführt werden. Die Trassen durch Thüringen würden nur 198 beziehungsweise 222 solche Punkte aufweisen.

Opferrolle

Die ländliche Region werde missbräuchlich benutzt, um Bedürfnisse in den Ballungsräumen zu befriedigen, ohne selbst etwas davon zu haben.

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