Rinder laufen vor Güterzug - Gericht sieht keine Schuld bei Bauern

Eschwege. Weil zwei seiner Rinder ausgebüchst und vor einen Güterzug gelaufen sind, musste sich am Dienstag ein Bauern-Ehepaar vor dem Amtsgericht verantworten. Dass die Landwirte die Weide nicht ausreichend gesichert hatten und damit rechtlich einen fahrlässigen gefährlichen Eingriff in den Schienenverkehr begingen, wurde in der Beweisaufnahme nicht nachgewiesen. Daher lautete das Urteil: Freispruch.

Der 52-jährige Mann und seine drei Jahre ältere Frau führen einen landwirtschaftlichen Betrieb in einem Dorf im thüringischen Eichsfeldkreis, das direkt an den nördlichen Werra-Meißner-Kreis angrenzt. In der Nacht zum 2. Januar 2018 brachen vier ihrer Kühe von einer Weide aus, zwei davon liefen drei Kilometer weit zu Bahngleisen nahe Eichenberg und wurden dort von einem Zug tödlich verletzt. Am Fahrzeug entstand 3300 Euro Schaden.

Ging man zunächst davon aus, dass der Zaun mit teilweise zwei und teilweise drei unter Strom stehenden horizontal gespannten Drähten keiner ausreichenden Sicherung entsprach, wurde das während der Beweisaufnahme widerlegt. Ein Veterinärmediziner erklärte im Zeugenstand, dass dies nicht unüblich sei. Ausbrüche gebe es immer mal – der Grund im vorliegenden Fall sei unklar. Wasser und Nahrung seien genug da gewesen. Zudem bestehen laut Gericht keine rechtlichen Vorschriften für die Stärke von Zäunen.

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