Rocken bis der Arzt kommt

Eine zehn Zentimeter lange Fleischwunde klafft in der Achsel des jungen Mannes, den die Rettungssanitäter des DRK in den Notarzt-Stützpunkt an der Mangelgasse bringen. Wie er sich die üble Schnittverletzung zugezogen hat, weiß er nicht mehr.

Er weiß nur, dass er sich furchtbar ärgert, denn gerade spielt an der Hauptbühne „Madsen“, auf die hat er sich gefreut. Doch Conrad Riechmann, einer der fünf Notärzte, die fast rund um die Uhr die drei Notfallstützpunkte des Open Flairs besetzen, ordnet an, dass der 26-jährige ins Krankenhaus muss. Die Wunde muss genäht werden.

Ann-Katharin Weber hat sich eine typische „Tanzverletzung“ zugezogen, ein Bänderriss am Knöchel beim Pogotanzen und das gleich beim ersten Song von „Betontod“. Ebenso wie der junge Mann mit der Schnittverletzung ist auch sie nicht mehr ganz nüchtern, beklagt sich aber lachend, dass es hier nicht mal ein Bier zur Erstversorgung der Patienten gibt und legt größten Wert darauf, dass sie nicht zum Ausnüchtern hier ist. „Das meiste, was wir hier behandeln, sind Prellungen, Schnittverletzungen, Schürfwunden und Kreislaufprobleme“, sagt Riechmann.

Neben den fünf Ärzten, die alle niedergelassene Ärzte aus Eschwege und Umgebung sind und die den Job wie alle Festivalhelfer ehrenamtlich machen, sind unzählige Rettungssanitäter der umliegenden DRK-Verbände im Einsatz. Festivalchef Alexander Feiertag ist froh, dass durch deren Einsatz und die Einrichtung der Stützpunkte schnelle Hilfe direkt vor Ort ist.

Von Stefanie Salzmann

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