Region wieder mit zwei Abgeordneten im Bundestag – Heiderich zieht über Liste ein

Die rote Ecke von Hessen

Ein strahlender Sieger: Michael Roth (SPD), der das Direktmandat im Wahlkreis 169 geholt hat, am Wahlabend in Wiesbaden. Foto: Nikolai Lederle

Werra-Meißner. Nordhessen bleibt die rote Ecke des Landes. In drei der vier Bundestagswahlkreise gingen die Direktmandate an die SPD, von den elf Landtagswahlkreisen holten die Sozialdemokraten neun. Lediglich in Waldeck-Frankenberg (ein Bundestagswahlkreis und zwei Landtagswahlkreise) waren CDU-Kandidaten erfolgreich.

Im Bundestagswahlkreis 169, der die beiden Landkreise Werra-Meißner und Hersfeld Rotenburg umfasst, holte die SPD mit 36,9 Prozent der Zweitstimmen landesweit ihr bestes Ergebnis, während die CDU im Vergleich der 22 Wahlkreise im unteren Drittel liegt. Allerdings legten beide Parteien im Wahlkreis bei den Zweitstimmen nur unterdurchschnittlich zu. Die CDU mit einem Plus von 5,7 Prozentpunkte (Land: + 7,0), die Sozialdemokraten gewinnen im Wahlkreis 2,5 Prozentpunkte (Land: + 3,2).

Der Unterschied zwischen beiden Parteien hat sich auf 0,9 Prozentpunkte angenähert. Die SPD holte 36,9 Prozent, die CDU 36 Prozent. Dabei lag die Union, bezogen auf Landkreise, im Kreis Hersfeld-Rotenburg mit knapp 800 Stimmen vor der SPD, die wiederum im Werra-Meißner-Kreis die Nase deutlich vorn hatte. Das gilt auch für die Wahl der Direktkandidaten. Lange schon gilt nicht mehr, dass die SPD nur den sprichwörtlichen Besenstiel aufstellen müsse, dessen Wahl dann nur noch reine Formsache sei.

CDU-Mann Helmut Heiderich hatte in Hersfeld-Rotenburg einen hauchdünnen Vorsprung von 67 Stimmen vor Michael Roth. Der SPD-Mann holte den Wahlkreis im Werra-Meißner-Kreis mit mehr als 3000 Stimmen vor Heiderich. Trotz seiner Niederlage im Wahlkreis wird Heiderich dennoch dem neuen Bundestag angehören, er wurde über die Landesliste gewählt. Damit ist die Region wieder mit zwei Abgeordneten in Berlin vertreten.

Bei den Bundestagswahlen bestätigte sich einmal mehr, dass landwirtschaftlich geprägte Gegenden keine Grünen-Hochburgen sind. Die Partei lag mit 7,0 Prozent der Zweitstimmen deutlich unter dem Landesschnitt (9,9 Prozent). Eines der schlechtesten Ergebnisse landesweit erzielte die Partei mit 3,8 Prozent in Weißenborn. Als Grünen-Ecke bestätigte sich, bedingt durch die Öko-Uni, die Stadt Witzenhausen, wo die Partei 13,8 Prozent holte.

AfD auf Anhieb 5,6 Prozent

Schlechter als im Land schloss auch die FDP bei der Bundestagswahl ab. Mit 3,9 Prozent im Wahlkreis 169 lag sie deutlich unter dem Bundes- und Landesergebnis.

Herbe Verluste musste die Linke verzeichnen, die von 9,8 auf 6,0 Prozent stürzte und damit exakt das Landesergebnis erzielte.

Die AfD schaffte auf Anhieb 5,6 Prozent - was auch dem Ergebnis auf Landesebene entspricht.

Von Dieter Salzmann

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