Friedrich-Wilhelm-Schule will Entscheidung vom Elternwunsch abhängig machen

Rückkehr zu G9 möglich

+
Junge Forscher entdecken die Naturwissenschaften. Biologie, Chemie und Physik werden in fächerübergreifendem Unterricht erklärt - ein G8-Element das an der Friedrich-Wilhelm-Schule Bestand haben soll.

Eschwege. Vom kommenden Jahr an dürfen die Gymnasien in Hessen selbst entscheiden, ob sie bei der verkürzten Schulzeit (G8) bleiben oder zur um ein Jahr längeren Sekundarstufe I (G9) zurückkehren. Und in einem Schulversuch können die Gymnasien auch beide Modelle parallel anbieten. Diese Option ist allerdings an einige Voraussetzungen gebunden: Die Jahrgangsbreite muss mindestens vierzügig sein und beide Modelle müssen wenigstens zweizügig angeboten werden. Hürden, die für die Eschweger Friedrich-Wilhelm-Schule zu hoch lägen, wie Schulleiter Dr. Hans-Joachim Vock bedauert.

Möglicherweise, so Dr. Vock, ergebe sich zu einem späteren Zeitpunkt die Chance, beide Modelle an der Friedrich-Wilhelm-Schule anzubieten. Der Schulversuch lässt den Einstieg in den kommenden drei Jahren zu.

Ob das Eschweger Gymnasium nächstes Jahr zu G9 zurückkehrt oder beim jetzigen verkürzten Angebot bleibt, soll in erster Linie vom Elternwunsch abhängig gemacht werden. Am kommenden Montag findet eine Informationsveranstaltung zu dem Thema statt.

„Wenn wir tatsächlich zu G9 zurückkehren, wollen wir die positiven Erfahrungen und Elemente aus G8 mitnehmen“, sagt Dr. Vock. Dazu zählt der Schulleiter den frühen Einstieg in die zweite Fremdsprache schon in der sechsten Klasse sowie den vorgezogenen Beginn mit naturwissenschaftlichem Unterricht. Gute Resultate werden an dem Gymnasium auch in den sogenannten Forscherklassen erzielt. Fächerübergreifend werden Inhalte aus dem Biologie-, Chemie- und Physikunterricht vermittelt. Förderunterricht, Hausaufgabenbetreuung und nachmittägliche Arbeitsgemeinschaften sollen beibehalten und ausgebaut werden.

Dr. Vock kritisiert, dass die Ausführungsbestimmungen für das kombinierte Angebot aus G8 und G9 an die südhessischen Voraussetzungen mit viel größeren Schulen angelehnt seien. Gymnasien im ländlichen nordhessischen Raum hätten kaum Chancen, die Bedingungen zu erfüllen. Dabei kommt nach Auffassung Dr. Vocks gerade dieses Modell den Kindern entgegen. Die könnten sich je nach Begabung und individueller Lebensgestaltung für den schnelleren oder den langsameren Weg durch die Mittelstufe entscheiden.

Von Harald Sagawe

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare