Ein rundherum zufriedener Bürgermeister

Die Dinge, die ihn so richtig ärgern, halten sich in Grenzen. Das Glücksgefühl, die Zufriedenheit, die Freude an der Arbeit überwiegen. „Ich bin ein rundherum glücklicher Bürgermeister“, sagt Alexander Heppe nach drei Jahren an der Spitze der Kreisstadt-Verwaltung. Eschweges Bürgermeister zieht eine durchweg positive Halbzeitbilanz.

Wenn Heppe von Halbzeit spricht, bezieht er das auf die erste Wahlperiode und lässt keinen Zweifel daran, dass noch einige weitere folgen sollen: „Ich bin nicht für nur eine oder zwei Amtszeiten angetreten.“ Er habe Spaß gefunden, „viel mehr, als ich dachte“. Dabei hatte es gerade das erste Jahr in sich. Mit der Schlossgalerie und der Stadthalle übernahm der Christdemokrat zwei problematische Großprojekte von seinem Vorgänger. Echte Herausforderungen seien das gewesen. „Die Innenstadt stand auf der Kippe“, erinnert sich der Bürgermeister an kritische Wochen und Monate, bevor feststand, dass das Kaufhaus am Stad wieder belebt wird.

Inzwischen haben sich die Dinge positiv entwickelt. Mehrere neue Einzelhandelsbetriebe etablierten sich im Zentrum. „Wir konnten die Abwärtsspirale umdrehen“, freut sich der 36-Jährige über die Erfolge. Und die Zukunft stimmt ihn zuversichtlich. Der Wanderungsüberschuss bei der Bevölkerungsentwicklung sei ein gutes Zeichen. Selbst das Sorgenkind Stadthalle scheint unter Kontrolle. Auch wenn sich das Projekt deutlich verteuert, lägen die Kosten noch immer unter dem Ansatz aus dem Jahr 2009, resümiert Heppe. „Ich sehe das entspannt“, sagt er. Weniger gelassen betrachtet er die ökologischen Schwierigkeiten im Werratalsee. Der Immobilienmarkt mit seinen Leerständen und den oft nicht bedarfsgerechten Wohnungen ist eine weitere Baustelle.

Mit geteilten Gedanken betrachtet Heppe die Konsolidierungsbemühungen. Einerseits erkennt er die Notwendigkeit von Einsparungen, andererseits schmerzen die damit verbundenen Abstriche. „Bei den Menschen ist immer der Bürgermeister verantwortlich“, sagt Heppe, „ich muss immer wieder erklären, dass ich die rot-grünen Stadtverordnetenbeschlüsse umzusetzen habe.“ Das gilt auch für Projekte, die Heppe so nicht gemacht hätte.

Statt der Marktplatzumgestaltung wäre ihm die Erneuerung der Forstgassenanbindung an den Stad lieber gewesen. Heppe: „Aber wenn ich vom Parlament einen Auftrag bekomme, dann ist es mein Job, den umzusetzen. Damit ist das dann mein Projekt.“ Und der Marktplatz, da ist sich der Bürgermeister sicher, werde richtig gut. Andere Beschlüsse der Politik, auch daraus macht Heppe kein Geheimnis, schmerzen ihn deutlich mehr. „Die Blockadehaltung bei der Besetzung der Fachbereichsleitung Bauen und Planen hat mich richtig stinkig gemacht“, schimpft er. „Es ist ein einmaliger Vorgang, wenn der Bau- und Personaldezernent sich die Mitarbeiter nicht selbst aussuchen darf.“

Richtig stolz ist Heppe auf seine Mitwirkung und den Erfolg in der Arbeitsgruppe des Städtetages zur Reform des kommunalen Finanzausgleichs. Gemeinsam mit einem anderen Kleinstadtbürgermeister habe er die Vertreter der großen Städte von der Notwendigkeit überzeugen können, Verbesserungen für den ländlichen Raum zu fordern.

Von Harald Sagawe

Rubriklistenbild: © Werra-Rundschau

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