Kritik: Saal kochte vor Begeisterung

Mitreißendes Spektakel „Motown - Die Legende“ in der Stadthalle

Eschwege. Einmal kündigte ein Sänger einen Song an mit den Worten: Das ist Musik, die ins Blut und unter die Haut geht – eine Aussage, die bei allen Songs an diesem Abend zutraf. Denn das, was das Publikum am Donnerstagabend in der etwa zu drei viertel gefüllten Stadthalle vorgesetzt bekam, war ein musikalisch wie tänzerisch vor Dynamik und Lebensfreude überbordender Abend.

Motown - Die Legende: Musical in der Eschweger Stadthalle

Der Kulturbund hatte „Motown - Die Legende. Eine musikalische Begegnung“ nach Eschwege geholt: ein Geschenk an die Zuschauer, die über zwei Stunden ein tolles Spektakel in vollen Zügen genossen. Begleitet von einer kleinen Handlung hatte Librettistin Mary Millane über 30 Schlager aus dem „Motown“- Label wie an einer Perlenkette aneinandergereiht; eine fantastische Show mit altbekannten Schlagern, überwiegend aus den sechziger und siebziger Jahren, die zu hören ein riesiges Vergnügen machte – zumal in solch hervorragenden Interpretationen wie an diesem Abend.

Die kleine, aber superfeine fünfköpfige Instrumentalgruppe auf der Bühne traf den Sound, wie man ihn aus den Originalen im Gedächtnis hat. Und die zwei Sängerinnen und drei Sänger waren umwerfend gut. Sie präsentierten eine durch und durch professionelle Show, bei der neben dem vokalen Zauber auch die Choreographie mitreißend war.

Vor der Pause wurde eine Aufnahmeprobe suggeriert, nach der Pause traten alle in „Konzertkleidung“ auf, die Männer in Anzügen, die Frauen zuerst in eng anliegenden kurzen Kleidern, später in glamourösen langen Roben.

Gesungen wurde in vielen Kombinationen: Es gab Soli, Duette, Terzette und Ensemblenummern. Und neben dem Hörerlebnis hatte der optische Reiz einen ebenso hohen Stellenwert.

Alle Darsteller waren Amerikaner: die Sängerinnen Siggy Davis und Meimouna Coffi und die Sänger Wilson D. Michaels, David Michael Johnson und Victor Hugo Barreto. Jeder für sich war ausgezeichnet – und alle zusammen eine Wucht.

Am Schluss der Show kochte der Saal vor Begeisterung. Das stehende, mitsingende, klatschende, sich rhythmisch bewegende Publikum konnte nie genug haben – und bekam einen ausgedehnten Zugabeblock, der dem Abend einen geradezu bewegenden Ausklang verlieh.

Von Francisco Pujiula

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