Kabarettist Gieseking brachte sein Publikum zum Lachen

Sackhüpfen um Calmund

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Bernd Gieseking überzeugte mit seinem satirischen Jahresrückblick im E-Werk in Eschwege. 

Eschwege. „In den USA war das wichtigste Ereignis 2012, dass ein neuer Präsident gewählt wurde, bei uns in Deutschland, dass Wetten dass... einen neuen Moderator hat“, eröffnete Bernd Gieseking seinen satirischen Jahresrückblick 2012 am Freitag im E-Werk in Eschwege.

Habe man unter Gottschalk bärenstarke Männer allein mit ihren Bärten einen Trecker ziehen sehen während der Moderator zwischendurch Kleidung vorführte, die Oma nicht einmal der Vogelscheuche angezogen hätte, mühe sich Lanz im eher analogen als digitalen Sackhüpfen um Tom Hanks herum ab. „Das ist doch keine große Leistung; wäre er um Reiner Calmund herumgehüpft und hätte eine drei Kilometer lange Strecke hüpfend zurücklegen müssen, dann wäre es akzeptabel gewesen“, beschwerte sich Gieseking. 2012 habe auch das Ende der 40-Watt-Glühbirne mit sich gebracht. „Die EU warnt jedoch vor Hamsterkäufen...die geben wenig Licht und sind auch recht schwer in die Fassung zu drehen“, scherzte der Kabarettist. Dass die EU und somit auch er den Friedensnobelpreis in diesem Jahr erhalten haben, freue ihn besonders, schließlich habe er auch einmal den Kriegsdienst verweigert - auch, wenn das zu Friedenszeiten gewesen sei. Doch auch Obama erhielt den Friedensnobelpreis, kaum dass er gewählt war, wahrscheinlich allein für die Wahl selbst, mutmaßte der gebürtige Mindener. „Weil ich die Soldaten schone, töte ich nur noch mit Drohne“, reimte er über Obamas neue Verteidigungspolitik. In Frankreich habe Sarkozy in diesem Jahr die Wahl gegen einen Holländer verloren und Carla Bruni und Bettina Wulff hätten eine Selbsthilfegruppe gegründet: „Mein Mann hat versagt, soll ich die Scheidung einreichen?“. „England bekommt ein Kind, wir nicht, wir sind Papst“, kam Gieseking auf die Nachrichten von der Insel zu sprechen. Und obwohl die Kinderherstellung ein archaischer Vorgang sei, der auf Vorgehensweisen aus dem 13. und 14. Jahrhundert zurückgreife, habe Deutschland zunehmend Schwierigkeiten sich zu reproduzieren. „Die Kinderproduktion verlagert sich immer mehr in Billiglohnländer, wo Kinder gebraucht werden“, erklärte Gieseking dem Publikum und empörte sich darüber, dass nicht einmal Apple im digitalen Zeitalter auf die Idee gekommen sei eine Hilfe fürs Kinderkiregen herauszugeben. (gus)

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