Sängerkrieg der Heidehasen - Junges Theater Eschwege bringt urkomische Inszenierung des Kinderbuchklassikers auf die Bühne 

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Der intrigante und selbstgefällige Musikschuldirektor Wackelohr (Sebastian Perels) besticht den Minister (Helene Salzburger), um als Sieger aus dem Sängerwettstreit hervozugehen – denn für den gibt die Prinzessin (Katharina Hämmerling). Doch die ist weder von dem alten Knacker noch von seinen Gesängen angetan. Auch der König (Holger Hämmerling) will seine Tochter nicht unbedingt in dessen Hände geben. Aber zum Glück gibts im „Sängerkrieg der Heidehasen“, das Stück, da s das Junge Theater jetzt auf die Bühne bringt, genug gute und ehrliche Hasen. Fotos: Lorenz Schöggl

Mit dem "Sängerkrieg der Heidehasen" als Musical ist dem Jungen Theater Eschwege unter Regie von Karin Perels eine urkomische Inszenierung gelungen. Premiere war jetzt im Botanischen Garten. 

Eschwege – “Frisch gehopst ist halb gesprungen“, lautet das Lebensmotto des Junghasen Lodengrüns. Für eine sommerliche Atmosphäre aus guter Laune sorgte das Junge Theater Eschwege am Samstagabend im Botanischen Garten mit dem Musical „Der Sängerkrieg der Heidehasen“ von James Krüss.

Erstklassige Kostüme, eine selbstbewusste Gestik und erprobte Gesangseinlagen, begleitet von der Band Klontik, entführen unter der Regie von Karin Perels mit Leichtigkeit in die „hopsige“ Welt der Heidehasen. In dem fröhlichen Ober-Ei-Dorf bereiten sich die Bewohner auf den jährlichen Sängerkrieg vor, als der König Lamprecht VII. (Holger Hämmerling) für viel Aufregung sorgt: Bereits am kommenden Tag soll der Sängerkrieg stattfinden und einen besonderen Preis bereithalten: Die Hand der Prinzessin (Katharina Hämmerling) winkt dem Hasen, der mit seinem selbst gedichteten Lobgesang auf sie überzeugt.

Schnell lässt sich der Minister für Hasengesang (Helene Salzburger) vom Direktor Wackelohr der Musikschule (Sebastian Perels) bestechen, um die Jury zu manipulieren. Doch beide Hasen wissen, dass der junge Lodengrün (Franziska Keudel) die besten Chancen hat – zumindest ohne ihr Zutun.

Ehrlichkeit, Talent, aber auch Verschwörungen und Bestechungen sind Themen, die das Stück bereithält. Mit 60 Minuten Spielzeit ist die Aufführung relativ kurz, aber umso kurzweiliger und wie geschaffen für Familien und Interessierte aller Altersklassen. James Krüss verfasste den Sängerkrieg als Parodie auf Richard Wagners „Tannhäuser“ ursprünglich in einem Kinderbuch, das einer Fabel gleicht und als Hörspiel Berühmtheit fand. Bei aktuellen Formaten wie Poetry-Slams und Castingshows im TV wirkt die Parodie auf Wagners Sängerkrieg so aktuell wie auf dem Zenit ihrer Zeit.

Letztendlich sind Freundschaft, Zusammenhalt und Nachbarschaftshilfe die zentralen Werte, mit denen die Verschwörung aufgedeckt werden kann. Währenddessen sorgt die Infantilität der Hasen gepaart mit einer bemerkenswerten Rollentreue der Darsteller, die besonders im lebendigen Hintergrund des Bühnenbilds zum Ausdruck kommt, für jede Menge Unterhaltung. Als Running-Gag wissen die Moritatensänger (Marlies Koch und Pauline Perels) mit originalgetreuer „Leiermusik“ in der Rolle des auktorialen Erzählers zu überzeugen. Ob Lodengrün die Intrigen des Direktors durchkreuzen kann, präsentiert das Junge Theater am 22., 23., 29. Und 30. Juni jeweils um 18 Uhr. (lsc)

Weitere Fotos gibt es unter werra-rundschau.de 

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