Angebot der Fachstelle für Suchthilfe Werra-Meißner

Sag der Sucht Lebwohl: Rauchfrei durch Kurse

Sie brauchen keine Zigaretten mehr: (von links) Kursleiter Cora und Rudi Berleth, die stolzen Teilnehmer Michael, Sandra und Karl-Heinz sowie Harald Nolte von der Fachstelle für Suchthilfe und Prävention in Eschwege. Foto: Weber

Eschwege. Endlich Rauchfrei - für viele Menschen nicht so einfach. Die Fachstelle für Suchthilfe und Prävention des Diakonischen Werks Werra-Meißner Kurse bietet deshalb mehrmals im Jahr Kurse an.

Michael hat 33 Jahre geraucht. Jetzt hat er aufgehört. Schon 21 Tage ist er ohne Zigarette – und sehr stolz auf sich. „Das Rauchen war zuletzt nicht mehr cool. Ich habe die Zigaretten nur noch durchgepfiffen und mich vor mir selbst geekelt“, sagt er. Karl-Heinz hat 50 Jahre lang geraucht. „Die Überlegung, aufzuhören, war schon lange da. Jetzt musste es sein, denn ich habe damit meine Lunge geschädigt.“ Susanne hatte schon öfter versucht, mit dem Rauchen aufzuhören, auch in der Gruppe. Jetzt aber möchte sie nach 40 Jahren endlich rauchfrei bleiben.

Der Kurs

Mehrmals im Jahr bietet die Fachstelle für Suchthilfe und Prävention des Diakonischen Werks Werra-Meißner Kurse für Menschen an, die der Sucht endgültig Lebewohl sagen möchten. In der Gruppe lernen sie, welche Einflüsse das Nikotin auf ihren Körper hat. Und nicht nur das Nikotin, sondern auch die vielen Zusatzstoffe im Zigarettenrauch, die hoch krebserregend sind. Gemeinsam lernen sie dann, sich von der Sucht des Rauchens zu entwöhnen. „Oh je, Gruppenarbeit“, schildert Regina ihre ersten Gedanken. „Aber ich habe schnell gemerkt, gemeinsam ist es leichter. Ein gewisser Gruppendruck ist notwendig.“

Gegenseitig können sich die Kursteilnehmer motivieren und bestärken. Geteiltes Leid ist halbes Leid. Angespornt werden sie auch durch das Vorbild ihrer Kursleiterin Cora Berleth und deren Ehemann Rudi. Beide haben ebenfalls vor vielen Jahren mit dem Rauchen aufgehört und wissen so aus eigener Erfahrung, wie sich die Teilnehmer fühlen.

Der Inhalt

Im Kurs beobachten die Teilnehmer ihr eigenes Rauchverhalten und führen Protokoll. Dabei wird ihnen klar, wie selbstzerstörerisch sie sich verhalten. Sie analysieren, welche Funktion die Zigarette in ihrem Leben erfüllt. „Zigaretten haben viel Funktionen“, sagt Susanne. „Sie regen an, aber sie sind auch Gewohnheit, sie werden bei Stress angesteckt oder bei Langeweile.“ Diese Stellen wollen die Teilnehmer künftig anders ausfüllen. Gemeinsam haben sie ihre allerletzte Zigarette geraucht. „Davor hatte ich Respekt“, sagt Sandra, die nach 22 Jahren aufhören will, weil sie jetzt Mutter ist. „Aber gleichzeitig habe ich mich gefreut, dass es endlich so weit ist.“

Nikotinersatzpräparate erleichtern den Teilnehmern den Übergang. Schwieriger ist es, ihr Suchtverhalten abzustellen. Deshalb ist der Kurs auch eine verhaltenstherapeutische Maßnahme, erklärt Harald Nolte von der Fachstelle für Suchtprävention.

Die Emotionen

Am Ende des Kurses sind alle Teilnehmer über 20 lang Tage rauchfrei. „Ich fühle mich jetzt selbstbestimmter“, sagt Susanne. Karl-Heinz hat nach der ersten Woche bereits gesundheitliche Verbesserungen festgestellt. Michael findet, dass sich sein Geruchs- und Geschmackssinn nach ein paar Tagen sehr verbessert hat. „Der schwierigste Schritt ist der, überhaupt zum Kurs hinzugehen und mitzumachen. Wenn man das geschafft hat, ist es schon die halbe Miete“, sagt er rückblickend. Cora Berleth hat Umfragen unter ihren ehemaligen Teilnehmer gemacht. 58 Prozent sind auch nach längerer Zeit noch immer rauchfrei. Und wer es beim ersten Mal nicht schafft, kann, wie Susanne, den Kurs wiederholen.

• Kontakt: Fachstelle für Suchthilfe und Prävention des Diakonischen Werks Werra-Meißner, Tel.: 0 56 51/3 39 42 96, mail: suchtpraevention@t-online.de. Homepage: www. Suchtpraevention-eschweg.de - Neue Kurse gibt es in 2018.

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