Salz-Pipeline: K+S will Trasse mit Gasleitung kombinieren

+
Salzwasser aus dem Kalibergbau: Rückhaltebecken im osthessischen Philippsthal. Auch im Kreisteil Hofgeismar könnte so ein Becken entstehen. Foto: dpa

Oberweser. K+S äußert sich erstmals öffentlich zu seinem Antrag für eine Pipeline, die Salzlauge zur Oberweser bringen soll: Demnach setzt der Düngemittelhersteller auf eine westlich von Kassel verlaufende Trasse, die durch die Landkreise Hersfeld-Rotenburg, Schwalm-Eder und Kassel verlaufen soll.

Die Variante auf niedersächsischem Boden sei weniger geeignet.

Denn in Nordhessen könnte die Pipeline über weite Strecken mit der Midal-Gasleitung kombiniert werden. Das macht Genehmigung und Bau leichter. Hinter Zierenberg und Grebenstein würde die Trasse dann Richtung Hofgeismar abbiegen. Damit bestätigt K+S Informationen, die Bürgerinitiativen vergangene Woche aus Gesprächen mit dem Unternehmen an die Öffentlichkeit getragen hatten.

Um Salzlauge zwischenzulagern, wird seit einiger Zeit auch über ein Speicherbecken an der Oberweser diskutiert. K+S hatte dafür auch Flächen bei Ehlen, Kelze und Hümme untersucht. Man präferiere aber ganz klar Gebiete nahe der Einleitstelle, also bei Gieselwerder. Das Unternehmen äußerte sich auch zu Auswirkungen einer Salzeinleitung auf den Fluß: Die Chloridbelastung werde nicht höher, sondern unter dem jetzigen Durchschnittswert von 650 Milligramm pro Liter Wasser liegen. K+S widersprach auch der Vermutung, man treibe die Pläne für Oberweser- und Nordsee-Pipeline gar nicht ernsthaft voran, sondern setze darauf, dass die Genehmigungen für Einleitung in die Werra und Versenkung im Boden verlängert würden. Zwar macht das Unternehmen keinen Hehl daraus, die Entsorgung der Salzabfälle vor Ort zu bevorzugen. Aber sollte dies künftig nicht möglich sein, „wollen wir nicht mit leeren Händen dastehen.“

Von Göran Gehlen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare