Vermarktung fast überflüssig

Sammler nehmen Kreis Elektroschrott weg

Werra-Meissner. Seit einem halben Jahr müssen Online-Händler kleine Elektrogeräte kostenlos und ohne Vorlage eines Kassenbons zurücknehmen. Bisher hat die Rücknahmepflicht allerdings keinen nennenswerten Einfluss auf die Sammelmenge im Werra-Meißner-Kreis.

Die liegt jährlich bei rund 700 Tonnen. Einen Einfluss haben allerdings fallende Rohstoffpreise und illegale Sammler. Letztere stellen im Kreis laut Friedhelm Junghans, Vorsitzender des Abfallzweckverbands Werra-Meißner, und Kreissprecher Jörg Klinge seit Langem ein Problem dar. „Ihnen kann nur durch regelmäßige Polizeieinsätze Einhalt geboten werden“, sagt Klinge. Bei diesen Kontrollen würden immer wieder Sammler ermittelt, die Elektroaltgeräte mitgenommen haben, bestätigt Michael Conrad, Pressesprecher des Regierungspräsidiums in Kassel, der zuständigen Abfallbehörde. Beschwerden seien in den vergangenen Jahren aber nur vereinzelt eingegangen. Soweit die Identität des Sammlers festgestellt werden konnte, werde ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet und der Vorgang an die Staatsanwaltschaft übergeben.

Laut Gesetz dürfen Elektroaltgeräte nur von öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern wie Landkreisen, kreisfreien Städten, Vertreibern, Herstellern und deren Bevollmächtigten erfasst werden. Der Kreis hat bei der Mülldeponie in Meißner-Weidenhausen eine zentrale Sammelstelle eingerichtet. Er hat das Recht, einzelne Gerätegruppen selbst zu vermarkten. Seit August vergangenen Jahres nimmt er dieses aufgrund der gesunkenen Rohstoffpreise aber nur noch für Haushaltskleingeräte, Telefone und Unterhaltungselektronik wahr. „Diese Geräte werden durch eine Firma demontiert und verwertet“, sagt Klinge. Im ersten Halbjahr 2016 wurden durch die Vermarktung circa 6000 Euro erwirtschaftet. Alle anderen Geräte werden über die Stiftung Elektro-Altgeräte-Register abgeholt und entsorgt.

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