IHK: Nach den Boomjahren hat sich die Konjunktur normalisiert

Sanfte Landung erwartet

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Eschwege. Die Industrie- und Handelskammer im Werra-Meißner-Kreis sieht die wirtschaftlichen Aussichten für das Jahr 2013 verhalten optimistisch.

„Die Boomjahre wie 2010 und 2011 sind vorüber, die Konjunktur hatte sich schon im Laufe des vergangenen Jahres deutlich geschwächt“, sagte der Leiter des IHK-Servicezentrums im Werra-Meißner-Kreis, Michael Ludwig. Für 2013 erwartet er eine „normale Konjunktur“. Anzeichen für einer Rezession sieht er nicht. „Wir rechnen mit einem Wachstum von etwa einem Prozent und hoffen, dass die Inflationsrate niedrig und der Arbeitsmarkt stabil bleiben“, so Ludwig. Experten sprächen in diesem Zusammenhang von „soft landing“ - einer sanften Landung nach einer konjunkturellen Hochphase.

Die größten Risiken für die Wirtschaftsentwicklung sähen die hiesigen IHK-Mitgliedsbetriebe für dieses Jahr durch den möglichen Anstieg der Energie- und Rohstoffpreise. Die Gefahr durch EU-Turbulenzen werde demgegenüber eher als gering eingeschätzt.

Der IHK-Repräsentant im Kreis wies darauf hin, dass Schwankungen im Wirtschaftsleben sich im Werra-Meißner-Kreis nicht so stark niederschlügen wie in industriellen Ballungszentren und häufig auch mit einer gewissen Verzögerung einträten. „Die Ausschläge sind deshalb nicht so groß, weil die Wirtschaft im Werra-Meißner-Kreis, wie in ganz Nordhessen, breit aufgestellt und deshalb für Krisen nicht so anfällig ist“, so Michael Ludwig.

Ein Umdenken der Unternehmer ist nach IHK-Einschätzung auf dem Lehrstellenmarkt eingetreten. „Viele Betriebe sind wieder dazu übergegangen, die Fachkräfte, die sie für ihr Unternehmen benötigen, selbst auszubilden“, so Ludwig. Auf diesem Weg solle dem von Branche zu Branche unterschiedlich stark ausgeprägten Fachkräftemangel in der Region entgegengewirkt werden. Die Betriebe gingen beispielsweise an Schulen, um dort um Nachwuchskräfte zu werben, sagte Ludwig.

Von Dieter Salzmann

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