Der Cello spielende Kabarettist Matthias Deutschmann gastiert mit seinem Programm „Eurokalypse now“

Satirische Wertarbeit im E-Werk

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Seit mehr als drei Jahrzehnten sorgt Matthias Deutschmann für scharfes politisches Kabarett. Auch in seinem neuen Programm widmet er sich drängenden Fragen wie Steinbrücks Schachkünsten oder der Eröffnung des Berliner Flughafens.

Eschwege. Deutschmann - der Name ist Programm und steht seit vielen Jahren für politisches Kabarett besonderer Art.

Matthias Deutschmann kombiniert Aktualität und Tiefe mit Musikalität, Witz und dem Mut zur Improvisation. Mit seinem neuen Programm „Eurokalypse now - Solo 2013“, mit dem der gebürtige Freiburger am Freitag, den 15. Februar im Eschweger E-Werk gastiert, ist er ganz auf der Höhe der Zeit und die leidet ja keinen Mangel an schnellen Themen, derer sich der Kabarettist listig annimmt. Hält der Euro bis zur Eröffnung des Berliner Flughafens? Hat die Bundeswehr im Inneren mehr Erfolg als in Afghanistan? Ist der freundliche Kundenberater meiner Bank auch ein Drecksack? Will die SPD wirklich Banken zerschlagen, ohne Mutti zu fragen? Wann bekommt Pussy Riot den Friedensnobelpreis oder kann Steinbrück wirklich Schach spielen?

Deutschmann, der seit mittlerweile drei Jahrzehnten mit Kabarett und Satire auf der Bühne steht, gilt als Macher von Edelkabarett, hinter dem nicht nur ein kluger, sondern ein brillanter Kopf steckt. Verschanzt hinter seinem Instrument, einem Cello, nimmt sich der 53-Jährige die Republik vor, kombiniert dabei geistreichen Witz mit politischer Schärfe und ist dabei weder auf dem rechten noch dem linken Auge blind.

Und während Deutschmann seine Salven auf das Publikum abfeuert, setzt er dabei eine Miene auf, als könne er kein Wässerchen trüben. Eine Atempause gönnt er seinen Zuhörern nur, wenn er nach seinem Cellobogen greift, schnell ein paar Takte zu Gehör bringt und sogleich seine Tour de Force mit dem nächsten Gag fortsetzt. Da stimm er schon mal Wagners Parsifal-Ouvertüre „Freude schöner Götterfunken“ oder „Näher zu dir mein Herr“ an. Damit, so sagt Deutschmann, sei die musikalische Grundversorgung im Pointengewitter seines Kabaretts gesichert.

Deutschmann gilt als guter Schachspieler. Gute Pointen sind für ihn wie starke Angriffszüge: Sie forcieren das Spiel. Er zitiert einen großen Feldherrn: „Der Gegenstand muss angreifbar sein, die Art und Weise unangreifbar!“

Karten für Matthias Deutschmann (14 Euro) gibt es unter www.e-werk-eschwege.de und in den Vorverkaufsstellen. Die Vorstellung beginnt am Freitag, den 15. Februar um 20 Uhr, Einlass ist um 19.30 Uhr.

Von Stefanie Salzmann

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