Witzenhausen am stärksten betroffen - Feuerwehr leistet 8000 Stunden

Werra-Hochwasser: Schaden in Millionenhöhe

Unermüdlich im Einsatz: Die Freiwillige Feuerwehr und das Technische Hilfswerk haben zwischen dem 27. Mai und dem 3. Juni zahlreiche Sicherungsmaßnahmen erledigt und Keller leergepumpt. Foto: THW Eschwege

Werra-Meissner. Die Schäden, die das Werra-Hochwasser hinterlassen hat, summieren sich in Millionenhöhe. Das haben die Anrainer-Kommunen jetzt auf Anfrage unserer Zeitung bekanntgegeben.

Allein in Witzenhausen belaufen sich die Gesamtkosten durch die Deichbeschädigungen auf 1,3 Millionen Euro. In Wanfried werden die Kosten auf knapp 300.000 Euro geschätzt. Bad Sooden-Allendorf hat noch keine Zahlen, in Eschwege und Albungen ist ein Schaden von rund 220.000 Euro entstanden.

In Eschwege sei man glimpflicher davongekommen, als beim jüngsten Hochwasser 2011. „Wir haben gelernt, unser neuer Einsatzplan hat gefruchtet“, sagt Eschweges Bürgermeister Alexander Heppe. Die größten Schäden sind in Eschwege an den Kleingärten auf dem Werdchen entstanden. Auf rund 75.000 Euro werden die Kosten geschätzt, die auf die Besitzer zukommen werden. Im Klärwerk sind nach der Flut die Pumpen kaputt, außerdem müssen zahlreiche Wirtschafts- und Radwege instandgesetzt werden. 85.000 Euro kosten diese Reparaturmaßnahmen. Relativ gering sind mit 2000 Euro die Maßnahmen am Seniorenheim am Brückentor. Heftig erwischt hat es die Anwohner der Mangelgasse und verschiedener Straße in Albungen. 50 000 Euro Schaden, so die bisherigen Informationen, hat das Wasser dort verursacht. „Noch haben sich aber nicht alle Geschädigten gemeldet“, sagt Heppe.

Besonders heftig hat es den Wanfrieder Stadtteil Altenburschla erwischt. Ortsvorsteher Ulrich Flender hat Schäden von rund 250.000 Euro zusammengetragen. Allein ein Ferienhaus an der Werra muss für über 100.000 Euro grundsaniert werden. Zur Soforthilfe hat die Stadt ein Spendenkonto eingerichtet. „Die Hilfsbereitschaft war groß“, sagt Wanfrieds Bürgermeister Wilhelm Gebhard. Von den eingegangenen knapp 6000 Euro kann allerdings nur das nötigste finanziert werden. Betroffene können sich noch bis Freitag melden. Am Montag entscheidet der Magistrat, wie das Geld verteilt werden soll. Bedürftige werden wohl bevorzugt behandelt.

In Wanfried hatte das Hochwasser zuerst zugeschlagen. Seit Montag, 27. Mai, war die Feuerwehr hier im Einsatz. Erster Einsatzort war der Historische Hafen. Sandsäcke verteilen und Keller auspumpen war aber im gesamten Stadtgebiet angesagt. „Ich bin sehr zufrieden mit der Arbeit meiner Leute“, sagt der neue Stadtbrandinspektor Benedikt Beckmann.

In Eschwege waren in der Kernstadt und in Albungen 21 Straßen wegen Überflutung gesperrt. Feuerwehr und Technisches Hilfswerk (THW) waren in Brückenhausen gleichermaßen im Einsatz. Die Eschweger Feuerwehr hat mit 154 Einsatzkräften rund 8000 Stunden Hilfe geleistet, das THW hatte Unterstützung von zwölf Mann aus dem Ortsverband Melsungen.

Von Tobias Stück

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