Fragen und Antworten zum Kalkmagerrasen im Schweinsbachtal

Wertvoller Lebensraum: Dr. Rainer Wallmann, Torsten Rapp und Helmut Herbort (von links) stellen den Magerrasen zwischen Eltmannshausen und Gut Mönchhof vor. Foto: Sagawe

Eschwege. Ziegen und vor allem Schafe sollen auf dem Kalkmagerrasen im Schweinsbach zwischen dem Eschweger Stadtteil Eltmannshausen und Gut Mönchhof weiden. Dort sind gerade mehrerer dieser wertvollen Kulturlandschaften entbuscht worden. Damit der Zustand möglichst lange erhalten bleibt, übernehmen Schäfer mit ihren Herden die Pflege.

Erster Kreisbeigeordneter und Umweltdezernent Dr. Rainer Wallmann, Torsten Rapp vom Werra-Meißner-Kreis und Helmut Herbort vom Regierungspräsidium haben den Lebensraum jetzt vorgestellt.

Was sind Kalkmagerrasen und wo sind sie anzutreffen?

Sie entstehen in der Regel in Südlage. Durch die intensive Sonnenbestrahlung werden im Sommer Oberflächentemperaturen von 40 bis 45 Grad Celsius erreicht. Magerer Boden mit kargem Bewuchs sind charakteristisch.

Warum sind Kalkmagerrasen so wertvoll? 

Weil diese Kulturlandschaften überdurchschnittlich vielen Arten Lebensraum bieten. Nicht selten mehr als 60 Pflanzenarten können dort vorkommen. Auf einer durchschnittlichen Wiese sind nur 20 bis höchstens 35 Arten anzutreffen; auf einer intensiv genutzten Wiese wachsen in der Regel weniger als 20 Pflanzenarten.

Welche Pflanzenarten werden dort angetroffen?

Viele sehr seltene Arten, die auf der Roten Liste und somit unter besonderem Schutz stehen. Typisch sind die unterschiedlichsten Orchideen. Zehn bis zwölf verschiedene Arten sind keine Seltenheit, darunter Dreizähniges Knabenkraut, Fliegen-Ragwurz, Mücken-Händelwurz, Bocks-Riemenzunge. Neben den Orchideenarten sind Deutscher Enzian und Fransenenzian anzutreffen.

Helfen Kalkmagerrasen auch der Tierwelt?

Ja, vor allem spezialisierten Tierarten. Bestimmte Vögel, zum Beispiel der Neuntöter, Tagfalter, Heuschrecken und Widderchen profitieren von den Lebensräumen. Insgesamt wurden im westlichen Meißnervorland auf Kalkmagerrasen 36 verschiedene Tagfalter und Widderchenarten kartiert. Im gesamten Kreis kommt die Feldgrille ausschließlich im Schweinsbachtal vor.

Sind Kalkmagerrasen typisch für die Region?

„Ja“, sagt Dr. Wallmann, „sie prägen die touristische Landschaft in der Gegend.“ Aber sie benötigen Pflege. Neben der Beweidung mit Schafen und Ziegen müssen die Flächen etwa alle zehn Jahre zusätzlich entbuscht werden. Dabei wird kleinflächig gearbeitet. An den Rändern und auch zwischen den Abschnitten bleiben Buschgruppen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare