Studie des Max-Planck-Instituts

Schlusslicht in Hessen: Männer aus dem Kreis haben niedrigste Lebenserwartung

Vier Senioren sitzen auf einer weißen Bank in der Sonne.
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Laut einer Studie des Max-Planck-Instituts haben Männer, die im Werra-Meißner-Kreis leben, die niedrigste Lebenserwartung in Hessen.

Männer im Werra-Meißner-Kreis haben die geringste Lebenserwartung in ganz Hessen. Das geht aus einer Untersuchung des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung hervor.

Die Wissenschaftler wollten herausfinden, inwiefern auch die Region neben Faktoren wie Erbgut, Krankheit und Bildungsstand eine Rolle bei der zu erwartenden Lebensdauer spielt. Das Ergebnis basiert auf den Sterberaten der Jahre 2015 bis 2017 in den 402 Landkreisen und kreisfreien Städten Deutschlands.

Demnach liegt die Lebenserwartung für Männer laut dem statistischen Mittelwert im Werra-Meißner-Kreis bei 77,76 Jahren (Platz 332 in Deutschland), für Frauen bei 83,58 Jahren (Platz 209). Die Landkreise mit den höchsten Lebenserwartungen in Hessen finden sich im Süden: Männer haben laut den Rostocker Forschern mit 80,27 Jahren (Platz 5) und Frauen mit 85,22 Jahren (Platz 6) im Hochtaunuskreis die höchste Lebenserwartung.

Zusammenhang zwischen Lebenserwartung und Einkommen?

Ähnlich weit vorne findet sich der Main-Taunus-Kreis: Männer erreichen hier ein Alter von 80,27 Jahren (Platz 14) und Frauen 84,83 Jahren (Platz 22). Eine Auffälligkeit: In den hessischen Landkreisen, in denen die Lebenserwartung hoch ist, ist laut den Daten des Hessischen Statistischen Landesamtes auch das Pro-Kopf-Einkommen hoch.

Betrug das im Werra-Meißner-Kreis 2015 durchschnittlich 19 713 Euro, verdienten die Menschen im Hochtaunuskreis (31 003 Euro) und im Main-Taunus-Kreis (26 667 Euro) wesentlich mehr Geld.

Vergleicht man die Ergebnisse aus dem Werra-Meißner-Kreis mit denen seiner Nachbarn, dann haben nur die Männer im thüringischen Unstrut-Hainich-Kreis eine noch niedrigere Lebenserwartung (76,79 Jahre). Spitzenreiter ist der Landkreis Kassel mit 79,15 Jahren (Hersfeld-Rotenburg: 78,96; Göttingen: 78,52 Jahre; Eichsfeld: 78,34 Jahre; Schwalm-Eder: 78,07 Jahre). Gleiches gilt mit 83,89 Jahren für die Frauen (Hersfeld-Rotenburg: 83,77 Jahre; Schwalm-Eder: 83,73 Jahre; Göttingen: 83,51 Jahre; Eichsfeld: 83,22 Jahre; Unstrut-Hainich: 82,76 Jahre).

Lebenserwartung in Deutschland: Nord-Süd-Gefälle

In der Schlussfolgerung verweisen die Forscher auf die Arbeitslosenquote und Hartz IV, die benachteiligte Bevölkerungsschichten anzeigen: „Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Maßnahmen, die die Lebensstandards für ärmere Teile der Bevölkerung verbessern, am ehesten dazu geeignet sind, die existierenden Unterschiede in der Lebenserwartung zu reduzieren.“

Die Lebenserwartung in Hessen ist im Deutschlandvergleich eher hoch. Keiner der Landkreise befindet sich im unteren Zehntel der Studie. Die niedrigste Lebenserwartung ermittelten die Rostocker Wissenschaftler in Ostdeutschland und im Ruhrgebiet.

Ebenfalls auffällig: ein Nord-Süd-Gefälle in der Bundesrepublik. Liegt die Lebenserwartung für Männer im niedersächsischen Wilhelmshaven bei nur 77,19 Jahren, ist sie im Landkreis München mit 81,2 Jahren am höchsten. 

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